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Atomarbeiter

Veröffentlicht von Textinitiative am 10.03.2016
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„„Reinigungskräfte für was?“, fragte jemand, während der Vorarbeiter ihnen Spezialkleidung austeilte und sie zu einem riesigen, zylinderförmigen Metallraum führte. Die Innentemperatur, die zwischen 30 und 50 Grad variierte, und die Feuchtigkeit zwangen die Arbeiter alle drei Minuten herauszugehen, um frische Luft zu atmen. Die Strahlungsmessgeräte hatten ihre Höchstmaße so stark überschritten, dass die Arbeiter dachten, diese seien beschädigt. Einer nach dem anderen setzten die Männer ihre Masken ab, die ihre Gesichter schützten. „Die Brillengläser waren so beschlagen, dass wir nichts sehen konnten. Wir mussten die Arbeit rechtzeitig abschließen, sonst hätten sie uns nicht bezahlt“, erinnert sich Matsushita, 53 Jahre. „Ein Kollege kam auf mich zu und sagte: ‚Wir sind in einem Kernreaktor.‘“  (Higuchi Kenji: Obdachlose als Atomarbeiter; übersetzt von Dorothea Mladenova, Universität Leipzig / Textinitiative Fukushima)

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Zuletzt geändert am: 11.03.2016 um 10:47

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