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Fukushima-Stück "An und Aus" im Nationaltheater Mannheim

Veröffentlicht von Textinitiative am 13.01.2016
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„Entstanden ist "An und Aus" als Auftragswerk des japanischen Nationaltheaters in Tokyo. Roland Schimmelpfennig, der zu den meistgespielten zeitgenössischen Dramatikern gehört, erweist sich einmal mehr als poetisch versierter Sprachartist. Das Dokumentarische oder Direkte liebt er nicht, viel lieber drückt er die Empfindungen seiner Figuren durch surreale Andeutungen aus. So glaubt Frau Z. (Katharina Hauter), sie habe nach dem Flackern zwei Köpfe wie ein Mutant, während Herr A. vermutet, nun keinen Mund mehr zum Sprechen zu haben. Gespielt wird er mit ungläubig-verzweifeltem Staunen von Stefan Reck, der zu Beginn dieser Spielzeit von Heidelberg nach Mannheim gewechselt ist. Frau A. (wie immer von packender Bühnenpräsenz: Ragna Pitoll) glaubt, sie sei versteinert, und ihr Seitensprung-Partner Y. (Fabian Raabe) fühlt in sich ein brennendes Herz. Frau Y. (Hannah Müller) sieht sich ganz kafkaesk in eine Motte verwandelt, während Herr Z. (Reinhard Mahlberg) glaubt, ein toter Fisch zu sein. Alle drei Paare nehmen durch diese Fantasien und Albträume das vorweg, was durch die Katastrophen womöglich erst in fernerer Zukunft eintreten wird. Nur das junge Paar, das nicht zueinander findet, bewahrt sich seine romantische Vorstellungen, obwohl von oben der atomare Fallout in Form schwarzer Schnipsel herabrieselt“ (Rhein-Neckar-Zeitung, 12. Januar 2016).

Info: Die nächsten Vorstellungen sind am 14. und 23. Januar. Karten unter Telefonnummer 06 21 / 1 68 01 50 oder www.nationaltheater-mannheim.de

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Zuletzt geändert am: 13.01.2016 um 09:06

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