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"Stilles Meer" von Hosokawa Toshio an der Staatsoper Hamburg

Veröffentlicht von Textinitiative am 25.01.2016
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Uraufführung der Fukushima-Oper "Stilles Meer" am 24. Januar (Staatsoper Hamburg):

"Eine Anhöhe, der Blick weitet sich, das Meer. Claudia steht hier sehr oft, seit vor kurzem ihr Mann Takashi und ihr Sohn Max ums Leben kamen. Laternen auf dem Meer für die Seelen der Toten bedeuten: jeder hat im Tsunami jemanden verloren. Claudias früherer Freund und Vater ihres Sohnes beschwört sie: „Sieh doch die Wirklichkeit“. Doch ihre Wirklichkeit sind die Toten, die das Meer nicht hergegeben hat - die Evakuierung verhinderte die Suche. Ein Ritual soll Claudia die Seele ihres toten Kindes sehen lassen, denn sie kann ihn nicht freigeben. Doch das Bild zerrinnt in ihren Armen. „Lasst uns nach Hause gehen, ein jeder zu sich nach Hause“, sagt sie. Für Toshio Hosokawa spiegelt sich die Natur in hörbaren symbolischen Formen. So hat jeder Ton, jede Stille eine spirituelle Evidenz. Wie hier die Atomkatastrophe von Fukushima ist japanische Geschichte Anlass zu Kompositionen, so auch in „Voiceless voice in Hiroshima“.

In der Uraufführung der Oper „Stilles Meer“ trifft die musikalische Philosophie des renommierten japanischen Komponisten Toshio Hosokawa (*1955) erstmals auf die theatrale Wirklichkeit seines Landsmannes Hirata Oriza (*1962), der das japanische Gegenwartstheater wie kein Zweiter geprägt hat, und nun als Librettist und Regisseur sein Debüt im Musiktheater gibt. Gemeinsam widmen sie sich einem Sujet, das auf einer künstlerischen Metaebene die sozialpsychologischen Folgen der japanischen Erdbebenkatastrophe von 2011 reflektiert und musikalisch wie szenisch den Raum zwischen Tönen und Schweigen ergründet." (Beschreibung der Staatsoper)

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Zuletzt geändert am: 16.02.2016 um 09:07

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