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Zensur in Japan – wie man sich die Wirklichkeit schön schreibt

Veröffentlicht von Textinitiative am 14.02.2014
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Allmählich machen sich die neuen, unter Abe Shinzô erstellten Regulatorien für die Medienberichterstattung in Japan bemerkbar. Journalisten registrieren die Beschneidung ihrer Meinungsfreiheit, besonders augenfällig bei NHK (Japan Broadcasting Corp.), einem bisher  anerkannten Sender, der unter seinem derzeitigen Präsidenten Momii Katsuto 籾井 勝人 (*1943) – er löste dort Matsumoto Masayuki ab und trat sein Amt offiziell am 25. Januar 2014 an, nicht ohne zuvor nationalistische Äußerungen zu den Senkaku Inseln und den sogenannten Trostfrauen getätigt zu haben – zum Sprachrohr der Regierung zu mutieren droht. Unter seiner Leitung werden kritische Meldungen über TEPCO und die hohe Strahlung in Fukushima unterdrückt. Japanischen Journalisten ist es schmerzlich bewusst, dass Japans Demokratie in Gefahr ist. Manche setzen deutliche Zeichen.  Nakakita Tôru (*1951), Professor für Wirtschaft und Moderator einer Radiosendung zu Wirtschaftsthemen, kündigte nach 20 Jahren bei NHK. Sein Vorgesetzter hatte ihn angewiesen, die Berichterstattung zu Fukushima bis zu den Gouverneurswahlen von Tôkyô auszusetzen (Asahi Shimbun). Der beliebte Moderator Hori Jun 堀 潤 (*1977) hat den Sender bereits zum 1. April 2013 verlassen; er kommuniziert seine atomkritische Meinung weiter über die sozialen Netzwerke.

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Zuletzt geändert am: 15.02.2014 um 13:15

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