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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Sakamoto Ryuichi: Neue Projekte nach der Krebstherapie

Bei Sakamoto Ryuichi wurde im Juni 2014 Kehlkopfkrebs diagnostiziert, er sagte daraufhin alle Termine ab, um sich auf die Behandlung zu konzentrieren. Seit Mitte 2015 ist er wieder im Studio tätig, u.a. bei der Herstellung der Filmmusik zu „The Revenant“ von  Alejandro González Iñárritu.

In einem Interview mit dem Magazin Rollingstone kommentiert er unter Bezugnahme auf die Strahlung (gemeint ist wohl ihr Anstieg nach Fukushima) seine Situation: “Right now I'm good. I feel better. Much, much better. I feel energy inside, but you never know. The cancer might come back in three years, five years, maybe 10 years. Also the radiation makes your immune system really low. It means I'm very welcoming [of] another cancer in my body. So I have to be very careful. I'm reinforcing my immune system right now. Special diet, lots of supplements and yoga, exercise” (Christopher R. Weingarten, Dezember 2015).

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Auf Youtube kann man sich nun auch den Soundtrack zum Film "The Revenant" anhören:

Link: https://www.youtube.com/watch?v=I4TKTXJ5Pac (Sakamoto et al., Filmmusik "The Revenant")

Ebenfalls auf Youtube gibt es ein neues Interview mit Sakamoto:

がんの闘病から一番大事なものを見つめるようになったと言う坂本隆一。SPORTS2­3番組の中でこれから自分がやるべきこと、考えるべきことを語った坂本龍一のインタビ­ューです。

(Fukki wo kataru; Interview mit Sakamoto in der Rekonvaleszenzphase; Erkennen des Wesentlichen = demokratische Verfassung; Rückblick auf die japanische Nachkriegsgeschichte, seine politischen Aktivitäten und die globale Krisenentwicklung → mehr als „beten“ sei doch „denken“ / kangaeru von nöten …)

Link: https://www.youtube.com/watch?v=Gnj9sUSj-H4


Fukushima, Rosatom und Nukem: Kooperation, Wertschöpfung und Unterhaltung

Inhalt des Film „Atom-Iwan“: „Da macht die Provinzschönheit und Nuklearwissenschaftlerin Tanja Schluss mit Iwan, einem verträumten Techniker, der mit Pokemon-Aufkleber auf dem Schutzhelm durch das Kraftwerksgebäude stolpert. Da ist der Mike-Krüger-Verschnitt Arkadij, der mit der trotteligen AKW-Belegschaft ein Theaterstück zum Kraftwerksjubiläum einübt, die Proben aber vor allem nutzt, um Tanja schöne Augen zu machen. Tanja räkelt sich am Kühlwasserteich in der Sonne. Doch Tanja ist schwanger. Vom kindischen Iwan“.

„Ein Jahr nach der Reaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima soll der von Russlands Atomkonzern Rosatom bezahlte Blockbuster demonstrieren, dass es sich auch im Umfeld eines Kernkraftwerks vortrefflich leben, leiden und lieben lässt“ (Spiegel 2012).

“A new sphere of cooperation with Japan is emerging for us. We want to help our Japanese colleagues in liquidating the Fukushima meltdown consequences,” said the deputy head of Rosatom Kirill Komarov. The cooperation could involve Russia shutting down other nuclear power plants Japan won’t use in the future. “We are glad to offer Rosatom services, including our German subsidiary Nukem Technologies,” Komarov said adding that negotiations are in progress. “Nukem has already returned to a greenfield site Kahl and Philippsburg nuclear power stations in Germany,” he said (RT Question More November 2015).

Die Hintergründe zu „Fukushima“ jenseits der versandenden größeren Medienaufmerksamkeit bieten zahlreiche Themen für die Kulturwissenschaft – in verschiedensten interessanten Forschungskonstellationen, sei es auf dem Gebiet der „nuklearen Kulturen“, der Technikgeschichte, des politisch-ökonomisch basierten interkulturellen Austausches, der Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte oder der Atompropaganda auf diversen Feldern.

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Neun Millionen Säcke

Umweltministerium und die Präfekturverwaltung Fukushima gaben die Zahl von neun Millionen Säcken Abfall bekannt: „Die jeweils einen Kubikmeter fassenden Säcke finden sich auf behelfsmäßigen Lagerstätten in der gesamten Präfektur, etwa auf Sportanlagen, Spielplätzen und Hinterhöfen. In der evakuierten Ortschaft Tomioka überragen die in mehreren Lagen aufgestapelten schwarzen Objekte sogar die Bagger, mit denen die Säcke transportiert wurden. Standardmäßig werden die Dekontaminationsabfälle, meist kontaminiertes Erdreich, in vier Schichten gestapelt und eine fünfte Erdschicht soll dann die Strahlung eindämmen. Zum Schutz vor Regenwasser werden die Säcke mit Plastikplanen abgedeckt. Über die aktuellen Zahlen informierte die Mainichi Shimbun“ (Spreadnews).

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Post-Fukushima-Lyrik zum Nachdenken: "Bahnhof" von Wago Ryoichi

Bahnhof (駅)

Am Bahnhof   starre ich jemand Unbekannten an
Ich werde sehr   traurig
Vielleicht weint   dieser Mensch
bitterliche Tränen in der Nacht?

Gehe ich am Bahnhof   an einem Unbekannten vorbei
fühle ich mich manchmal einsam
An diesem Menschen   werde ich zukünftig
wohl nicht noch einmal vorübergehen

Ein jeder von uns hat in seinem Herzen
Schienen gelegt
Es gibt Bahnsteige, auf denen niemand ist
Der Wind weht hindurch

Jedes unserer Herzen
wartet auf einen Zug ohne Passagiere
Laut hindurch fährt nur die   Einsamkeit
Dennoch suche ich dort jemandes Gestalt

27. November       Am Niemandsbahnhof von Namie

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Aus: BERET, Madlen (2014): „Worte ohne Schutzanzug“: Wagô Ryôichi. Japanische Lyrik nach „Fukushima“. Berlin: EB-Verlag

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Das Energiethema nach Fukushima Herbst 2015

Beinahe fünf Jahre nach der Dreifachkatastrophe von Fukushima hat  sich in Sachen der sowohl in Japan wie auch in Deutschland geforderten Energiewende einiges bewegt, Grund für eine Bestandsaufnahme und eine Diskussion der Lage.

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