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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Jeden Tag vor dem Parlament in Tokyo: Große Demonstrationen gegen die Sicherheitsgesetze – „Kriegsgesetze“ und die Regierung Abe im August und September

Am 30. August ist vielleicht eine der größten Demonstrationen in Japan seit 55 Jahren abgehalten worden (ca. 120. 000 Teilnehmer), auch getragen von Gruppen, die sich bereits gegen den Weitergebrauch von Atomkraft einsetzten. Den Sicherheitsgesetzen liegt bekanntlich eine durch die Abe-Regierung gegenüber der stark pazifistischen Verfassung Japans vorgenommene Neuinterpretation zugrunde, die den Gebrauch des Rechts auf kollektive Selbstverteidigung ermöglicht, wodurch Japan sich nicht nur gegen direkte Angriffe wehren darf, sondern im Extremfall auch andere Länder (vor allem die USA) mit verteidigen darf. Die Gesetzesvorlagen werden voraussichtlich schon heute oder morgen im diesbezüglichen Ausschuss und anschließend im Oberhaus verabschiedet werden, um endgültig zustande zu kommen. Die Opposition und die Bevölkerung versuchen derzeit mit aller Kraft, dies zu verhindern.

Hier einige Informationen über die Proteste Ende August:


Auch in Düsseldorf, Berlin und Paris haben Protestaktionen durch dort ansässige Japaner stattgefunden: 15., 29. und 30. August:


Am 28. August wurde ein Netzwerk von im Ausland ansässigen Japanern auf dem ganzen Globus, die gegen die „Sicherheitsgesetze“ protestieren, ins Leben gerufen: 


Am 14 September ist auch der Schriftsteller Ōe Kenzaburô vor dem Parlament aufgetreten, um unterstützende Worte an die Gegner des „Sicherheitsgesetze“ zu richten:


Bericht und Zusammenstellung
Seiji Hattori


Rückkehr nach Naraha als Pilotprojekt der Wiederbesiedlung verstrahlter Zonen

"Viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima hat die japanische Regierung am Samstag erstmals die Evakuierungsanordnung für einen der Orte aufgehoben. Damit könnten rund 7400 Menschen, die nach dem Gau am 11. März 2011 fliehen mussten, in die Stadt Naraha nahe der Atomruine zurückkehren". "Der eigentliche Wiederaufbau unserer Stadt beginnt jetzt", sagte der Bürgermeister Yukiei Matsumoto in einer Fernsehansprache. "Lasst uns zusammenarbeiten für die Schaffung eines neuen Naraha." Allerdings wollten zurzeit nur wenige heimkehren, berichteten japanische Medien. Es werden nur etwa zehn Prozent der Einwohner von Naraha zurückerwartet. Viele junge Menschen haben an anderen, weit entfernten Orten neue Jobs gefunden. Die Zukunft Narahas ist somit ungewiss" (Spiegel Online).

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Japanische Studenten und Professoren aus den Geisteswissenschaften unterstützen Verfassung und Demokratie

Unter anderen Mitgliedern der Universität spricht Komori Yôichi (*1953) der bekannte Literaturwissenschaftler und Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Tokyo über die Politik Abes und die Grundlagen der pazifistischen Verfassung  Japans, den Druck aus Amerika und den geplanten Einsatz der Jieitai.

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Abes Shinzôs Politik in der Kritik – Aktuelles und Rückblicke

Kurzer Rückblick auf den Verlauf der öffentlichen Kritik an Abe Shinzôs Massnahmen, die in der japanischen Bevölkerung seit geraumer Zeit Proteste hervorrufen, auch wenn sich viele Medien in der Kommentierung zurückhalten und sich im Sinne der offiziellen Sprachregelungen meist der „Selbstbeschränkung“ (jishuteki hyôgen tôsei; u.a. Henmi Yô) unterwerfen.

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Demonstration gegen Abes Politik / 安保法案反対デモ / SEALDs

2015年8月30日 国会議事堂前 戦争法案に反対する緊急抗議行動

Was mit „Fukushima“ offenbar begann, setzt sich nun am 30. August 2015 mit Bürgerprotesten gegen Abe Shinzôs neues Sicherheitsgesetz fort: „Am Sonntag kam es vor dem Parlament in Tokio zu einer der grössten Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte, wie die Asahi Shimbun berichtete. Schätzungsweise 120’000 Menschen protestierten laut Organisatoren (die Polizei spricht von 30’000) friedlich gegen das von Abe propagierte Sicherheitsgesetz, das die Neuinterpretation der Verfassung bezüglich der kollektiven Selbstverteidigung konkretisiert“ (Asienspiegel).

Der seit längerem anhaltende heftige Protest artikuliert Slogans wie „Abe wa yamero!“ („Schluß mit Abe!“), „Abe wo taose!“ („Stürzt Abe!“) oder „Chance the Prime Minister!“, “Bring down Abe’s regime!” und „Give Peace a Chance!“. Moniert wird, dass mit Abes Politik die „Kriegszeit zurückkehre“ (senjichû wo torimodosu).  Die aktuellen Eingriffe in die japanische Verfassung (Nihonkoku Kempo) und die Demokratie, die man, wie ein sichtlich erschütterter Sakamoto festhält (der sich hier wieder als Aktivist am Protest beteiligt) unter vielen Opfern geschaffen hat, sei nicht tolerierbar. Bei der Protestkundgebung auf der Omote Sandô wird Abe kritisiert, den Bürgern Ungewolltes aufzuzwingen – auch die Atomenergie.

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