Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"
Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.
| Bürgermeisterwahl in Tokyo: Eine Wahl für oder gegen die Atomenergie | 10.02.2014 | |
In der gestrigen Bürgermeisterwahl in Tokyo (9. Februar 2014) siegte der frühere Gesundheitsminister Masuzoe Yoichi 舛添 要一 (*1947), unterstützt von der proatomaren LDP, mit 30 Prozent der Stimmen über die Kandidaten Hosokawa Morihiro und Utsunomiya Kenji (jeweils 20 Prozent), die beide gegen Atomenergie standen. Die Wahl kam einem Referendum zum Atomaren gleich, wobei Hosokawa, der das Scheitern seines Anliegens sehr bedauerte, meinte, er hätte das Problem Atomenergie nicht genug in den Vordergrund rücken können. Die Bevölkerung der Hauptstadt, die von vielen älteren Menschen bewohnt wird, favorisierte Themen der medizinischen Versorgung und der staatlichen Wohlfahrtspolitik; die Wirtschafts- und Geschäftswelt der Metropole wollte ihrerseits die Linie der Abenomics unterstützen und votierte deshalb für Masuzoe. Der neue Bürgermeister will sich auch besonders für den Erfolg von Olympia 2020 einsetzen.
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| „Japanese Literature and Art after ‘Fukushima’“ erscheint Ende Januar 2014 | 30.01.2014 | |
Der Band „Japanese Literature and Art after ‘Fukushima’“ wurde nun gedruckt und wird in wenigen Tagen über den Buchhandel erhältlich sein; er stellt eine der ersten umfassenderen Beobachtungen der japanischen Kulturszene nach der Dreifachkatastrophe in Nordostjapan dar und diskutiert in den vier Beiträgen von Yuki Masami, Ina Hein, Lisa Mundt und Lisette Gebhardt die Frage nach einer Repolitisierung künstlerischer Repräsentationen eines „Post-Fukushima-Japan“.
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| Fukushimagaku: Ein Projekt von Kainuma Hiroshi | 30.01.2014 | |
Der Soziologe Kainuma Hiroshi 開沼博 (*1984), geboren in Iwaki und ein Absolvent der Universität Tôkyô, Schüler von Yoshimi Shun’ya (*1957), rief unlängst das Projekt Fukushimagaku – Fukushimalogie – ins Leben. Kainuma verfasste das erfolgreiche, mit dem Mainichi-Kulturpreis ausgezeichnete Buch Fukushima-ron. Genshiryoku- mura wa naze umareta no ka (2011) und arbeitet derzeit als sonderbeauftragter Forscher an der Universität Fukushima am Zentrum für die Förderung eines schönen Fukushima / Fukushima Daigaku Utsukushima Fukushima Mirai Shien Sentâ. Das Projekt beinhaltet Interviews mit 2000 in Fukushima ansässigen Personen und möchte eine Informationsbasis mit Archiv begründen, von der aus der Wiederaufbau und sich aus dem Modell „Fukushima“ entwickelnde Denkansätze gestaltet werden können. Links:
Lektürehinweis: Zu Kainumas Buch über die Einführung der Atomkraft in Japan siehe den Beitrag „Politik, Energie, Kultur in Wechselwirkung – Wie sich Atomkraft in Japan durchsetzte“ von Katrin Gengenbach, Felix Jawinski und Dorothea Mladenova. In: Lesebuch ‘Fukushima’. Berlin: EB Verlag (2013), S. 32-53. |
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| „Fukushima“ – Ausstrahlungen bis Amerika | 07.01.2014 | |
Focus online berichtet: „Nach der Katastrophe von Fukushima lief der Flugzeugträger „ USS Ronald Reagan“ aus, um den Opfern des Tsunami zu helfen. Mit 5000 Soldaten an Bord trieb er zweieinhalb Monate im radiokativ verseuchten Meer. Jetzt drei Jahre später sind 51 Matrosen an Krebs erkrankt.“ In den USA machen sich diverse Foren Sorgen um die Auswirkungen der radioaktiven Belastung im Meer, die über die maritimen Strömungen bis 2014 zur Westküste Amerikas gelangt. Aussagen über die Folgen dieser Belastung für Mensch und Umwelt sind nur schwer zu erhalten. Links:
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| „Ein Japan, auf das man stolz sein kann“: Abe Shinzôs Adresse zum Neuen Jahr | 05.01.2014 | |
Japans Premierminister betont in seiner Neujahrsansprache, dass er dem Jahr 2014 mit großer Hoffnung begegnen wolle; seine Erwartungen gründen sich auf Anzeichen wirtschaftlichen Aufschwungs und vor allem auf dem Zuspruch, der ihm – auch schon durch das gute Wahlergebnis belegt – aus der Bevölkerung entgegenkomme. Abe spüre einen Wandel in der japanischen Gesellschaft. Welcher Art dieser ist, führt er nicht weiter aus; angedeutet wird, dass dieses Japan nicht mehr das fremdbestimmte Japan nach dem Zweiten Weltkrieg sein möge. Das Land werde sich zu behaupten wissen: „We will fully defend the lives and assets of our nationals as well as our territory, territorial waters, and territorial airspace in a resolute manner.” Er wünsche sich, so betont er weiter, auf jeden Fall ein Japan, auf das alle stolz sein können – mit Menschen, die fachlich ausgezeichnet gebildet und als Menschen „voller Einfühlungsvermögen“ (abundant compassion as human beings) seien. Link: http://www.kantei.go.jp/foreign/96_abe/statement/201401/newyear_e.html |
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