Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"
Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.
| Japanische Pressefreiheit nach Fukushima: Strafen für Whistleblower | 08.12.2013 |
Während der letzten Wochen sorgte die Implementierung des sogenannten Special Secret Protection Law / Tokutei Himitsu Hogo Ho durch die Abe-Regierung für Diskussionen in Japan. Am 6. Dezember wurde es im Parlament verabschiedet, d.h. trotz zahlreicher Proteste der Opposition und der Medienwelt gebilligt. Das Gesetz zielt darauf ab, „nationale Geheimnisse“ zu schützen, womit zu befürchten steht, dass z.B. die Lage in Fukushima zunehmend verschleiert wird. Vertreter des japanischen Staats, die Zugang zu klassifizierter Information besitzen, können künftig mit Gefängnisstrafen bis zu 10 Jahren rechnen, sollten diese Informationen nach außen dringen. Journalisten, die „spezielle Geheimnisse“ (tokutei himitsu) mit „unlauteren Recherchemethoden“ erlangt haben, dürfen mit einer Strafe bis zu 5 Jahren rechnen. Damit folgt Japan Vorgaben der USA und dem weltweiten Trend der Beschneidung von Bürgerrechten und Pressefreiheit. Tarô Yamamoto warnt davor, dass hier wieder einem faschistischen Japan der Weg bereitet würde – dies hatte zuvor schon der Journalist, Schriftsteller und Lyriker Henmi Yô befürchtet, der eine beklemmende Stimmung im Land registriert. Yamamoto, der seit dem Zwischenfall mit dem direkt an den Kaiser überreichten Brief von japanischen Nationalisten bedroht wird, meint auf einer Pressekonferenz in Tôkyô: “This secrecy law represents a coup d’etat by a particular group of politicians and bureaucrats. I believe the secrecy bill will eventually lead to the repression of the average person. It will allow those in power to crack down on anyone who is criticising them – the path we are on is the recreation of a fascist state” (siehe Washington’s Blog). Links:
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| Merkwürdige Metamorphosen des J-Village (Steffi Richter) | 07.12.2013 |
Der Text von Steffi Richter knüpft an die von der Japanologie Frankfurt am 14. November 2013 veranstaltete Diskussionsrunde (Teilnehmer u.a. Prof. Dr. Christian Tagsold, Dr. Andreas Singler) zur Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tôkyô an. Links:
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| Artikel aus der Yomiuri vom 8.11.2013 (übersetzt von Katsuragi Shinobu) | 12.11.2013 |
Yomiuri-Zeitung, 8.11.2013, gesendet um 3:06 Uhr. Die japanische Atomaufsichtsbehörde will bis Ende diesen Monats eine Richtlinie erstellen, derzufolge unter 20 Millisievert pro Jahr keine erheblichen gesundheitlichen Probleme bestünden. Und diese Richtlinie soll als Maßstab für die Rückkehr der wegen der Reaktorkatastrophe aus Fukushima geflüchteten ehemaligen Bewohner dienen. Das von der japanischen Regierung langfristig gesetzte Ziel lautet „Unter ein Millisievert pro Jahr“, und dieses wird allgemein als der Maßstab für die Strahlendosis aufgefasst, bei der man seiner Gesundheit nicht schadet. Daher muss die geplante Richtlinie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert sein, um die Angst vor Strahlenfolgen bei der Bevölkerung zu beseitigen. Die Richtlinie impliziert die Ansicht, dass das Krebsrisiko bei 20 Millisievert gering genug sei, und dass dieses Risiko durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden könne. Die IAEO, die in Fukushima Recherchen durchgeführt hatte, äußerte im Oktober in ihrem Bericht, dass Strahlendosen zwischen 1 bis 20 Millisievert pro Jahr akzeptiert werden könnten. (Übersetzung: Shinobu Katsuragi) Zusatzinformation aus der Papierzeitung: Diese Richtlinie setzt voraus, dass die Strahlendosis anders gemessen wird. Bisher ging man bei den Dosismessungen davon aus, dass die Menschen sich am Tag 8 Stunden draußen und 16 Stunden im Gebäude (Holzbauten) aufhalten. Stattdessen werden nach dieser Richtlinie tragbare Dosimeter verteilt, um genaue Strahlendosis zu messen. Da man normalerweise nicht 8 Stunden draußen ist, und viele Gebäude aus Beton gebaut sind, sei man zur Erkenntnis gekommen, dass die eigentlichen Strahlendosen viel niedriger liegen. Diese Richtlinie würde auch zu Planänderung der Dekontamination in Fukushima führen. Bisher war das Ziel der Dekontamination „Unter ein Millisievert pro Jahr“, aber wenn diese Richtlinie in Kraft tritt, seien viel weniger Fläche dekontaminationsbedürftig und somit auch der Aufwand der Dekontamination viel einfacher und weniger kostenaufwendig. |
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| Yamamoto Tarôs Protestschreiben | 02.11.2013 |
Yamamoto Tarô beging in den Augen seiner Kritiker einen schweren Tabubruch, als er jüngst auf einem Gartenfest Kaiser Akihito ein Schreiben bezüglich der wenig hoffnungsvollen Lage der Kinder von Fukushima überreicht hat – der Kaiser darf nicht ins politische Alltagsgeschäft involviert werden. Links:
Zur Person des Schauspielers und Parlamentsabgeordneten siehe: Andreas Singler (2013): "Die Wahrheit eines Soloartisten - Der Anti-Atomkraft-Aktivist Yamamoto Tarō. Ein Kurzportrait". In: Lesebuch 'Fukushima'. Berlin: EB Verlag, S.326-331. |
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| Hinweise und Links von Helen Caldicott | 30.10.2013 |
Helen Caldicott ist eine Ärztin und weltweit renommierte Atomwaffenspezialistin, die u.a. auch die Gründung des IPPNW mit unterstützte. 2002 erschien ihr Buch "The New Nuclear Danger" (2003 ""Atomgefahr USA. Die nukleare Aufrüstung der Supermacht"). Von ihr erreichte uns eine Rundmail mit einigen interessanten Links. 1. Ein Kommentar von Koide Hiroaki zum 11. März 2013 "Fukushima Daiichi: A Chronological Account of the Disaster" HD, 14 min 55 sec, in Japanese with English Subtitle Hiroaki Koide, Master of Science in Nuclear Engineering, Assistant Professor at the Kyoto University Research Institute, Nuclear WasteManagement & Safety Expert 2. Helen Caldicott Foundation All other footages at the Symposium is here. 3. Ein Rap-Video vom Deutsch-Japaner Blumio zu Fukushima: |
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