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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Kulturgeschichte des Atomaren - Die Urananreicherungsanlage Gronau

"Basierend auf dem englisch-deutsch-niedlerländischen Staatsvertrag von Almelo (1970) zur Förderung von Forschung und Entwicklung der Urananreicherung durch Gaszentrifugentechnologie sowie zur Verhinderung der Nutzung zu militärischen Zwecken wurde 1971 von den Regierungen von Großbritannien, der Niederlande und Deutschland die "Urenco Ltd" für Marketing- und Koordinationsaufgaben gegründet. Erst 1993 wurde daraus eine Holding, in die die Gesellschafter ihre drei Anreicherungsbetriebe einbrachten und die auch die Beteiligungen an der Centec GmbH übernahm. Diese erforscht, entwickelt und baut die Uranzentrifugen für die Urananreicherung und baut zudem auch die dafür nötigen Urananreicherungsanlagen. Die niederländischen und britischen Gesellschafter der Centec waren identisch mit denen der URENCO, während der deutsche Anteil von der Gesellschaft für nukleare Verfahrenstechnik mbH in Bergisch Gladbach gehalten wurde, die jeweils zur Hälfte der zu Siemens gehörenden Interatom (tätig im Kernreaktorenbau) und dem Maschinenbaukonzern MAN gehörte.
An der Centec-Nachfolgerin Enrichment Technology Company Ltd (ETC) beteiligte sich 2006 der französische Atomkonzern Areva (heute: Orano) zu 50 %, womit nachträglich Frankreich in den Almelo-Vertrag mit einbezogen wurde. Bereits 1992 wurden die USA in den Kreis der ursprünglichen Almelo-Staaten durch den Vertrag „über die Errichtung, den Bau und den Betrieb einer Urananreicherungsanlage in den Vereinigten Staaten von Amerika“ aufgenommen.

Die Betriebe der URENCO und ETC werden in Deutschland regelmäßig durch EURATOM und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) im Rahmen von im Nichtverbreitungsvertrag (NVV) und im EURATOM-Vertrag festgelegten Überwachungsmaßnahmen (Safeguards) kontrolliert. Nationale Zuständigkeiten bestehen für den Rahmen dieser Kontrollen und liegen im Wesentlichen bei dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie."

"2017 und 2022 berichteten US-Medien, dass Urenco die Belieferung von Reaktoren des US-amerikanischen Staatsunternehmen TVA und seines Kernkraftwerks Watts Bar angeboten habe, das u. a. Tritium für US-Atomsprengköpfe produziert. Die rechtlichen Möglichkeiten dazu hat Urenco bereits 2005 in einem Gutachten klären lassen."

"Auf dem Betriebsgelände befindet sich auch ein Besucher-Informationszentrum. Es werden kostenlose Betriebsbesichtigungen für Gruppen ab 10 Personen angeboten, während derer das Fotografieren sowie die Nutzung von Handys untersagt ist und aufgrund von möglichen Sicherheitsüberprüfungen ist von Besuchern, die mindestens 18 Jahre sein müssen, der Personalausweis oder Reisepass bereitzuhalten." (nach WIKIPEDIA)

Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Urananreicherungsanlage_Gronau
https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/urananreicherung-gronau-atomausstieg-100.html (9.1.2022)

https://umweltfairaendern.de/2021/08/20-000-tonnen-uran-lagern-bei-urenco-in-gronau/
https://www.lagatom.de/hintergrund/grundrechte-ziviler-ungehorsam/warum-wir-weiter-gegen-atomkraft-protestieren-und-warum-die-formen-des-protestes-sich-verandert-haben/
https://www.wiwo.de/unternehmen/energie/urenco-chef-engelbrecht-politisch-motivierte-bedenken/11885306.html (2015)


Strategieschwenk in Japan: Genehmigungen und lokale Widerstände

Angesichts der international ausgegebenen Klimaziele und der aktuellen Stromverknappung überdenkt Japan Optionen in Bezug auf den Neustart  stillgelegter Meiler und auf den Bau neuer nuklearer Stromversorgungseinrichtungen. Nicht überall stoßen diese Pläne auf Zustimmung:

"Dennoch kann die japanische Regierung die Neustarts nicht direkt beeinflussen. Bisher hat die NRA erst 17 Reaktoren eine neue Betriebsgenehmigung erteilt, nachdem sie die verschärften Sicherheitsauflagen gegen Erdbeben und Tsunami erfüllt hatten. Nur zehn davon wurden bisher angefahren. Denn ungeachtet der Genehmigung blockieren lokale und regionale Politiker sowie atomkritische Anwälte eine Inbetriebnahme, weil die An­wohner dem Betreiber misstrauen und um ihre Sicherheit fürchten."

Links: https://taz.de/Ueber-elf-Jahre-nach-Fukushima/!5873590/ (Martin Fritz 25. August 2022)

https://wacotrib.com/news/science/japan-considering-development-of-new-nuclear-reactors/article_4834fa06-18ba-52b2-8d30-36d32368a8fe.html (Mari Yamaguchi, Waco Tribune-Herald, 24. August 2022)

https://mainichi.jp/english/articles/20170308/p2a/00m/0na/014000c (Editorial: Reasons for Japan to dump nuclear power more obvious now than ever, The Mainichi, 8. März 2017)


ASLE JAPAN

"Founded in May 1994, the Association for the Study of Literature and Environment in Japan (ASLE-Japan) has been developing intellectual communities of teachers, students, journalists, writers, artists, and scholars, who share an interest in issues of literature and environment. In fostering works which explore literary and cultural representations of relationships between humans and the natural/social environments, ASLE-Japan holds an annual conference, publishes its house journal Literature and Environment, and issues biannual newsletters."

Link: https://www.asle-japan.org/about-us/


Viele "seien wieder dafür" - 2022 Global Supertrends Conference

Nobuo Tanaka, ehemaliger Executive Director of the International Energy Agency (IEA) und aktuell Vorsitzender des Innovation for Cool Earth Forum (ICEF), berichtet auf der 2022 Global Supertrends Conference (Credit Suisse), dass in Japan angesichts eines bevorstehenden Energiemangels im Winter sowie zu fürchtender Teuerungen wieder 60% der Öffentlichkeit für einen Neustart der Reaktoren im Lande sei.

Links: https://www.msn.com/en-us/money/markets/japanese-support-for-a-nuclear-restart-is-at-its-highest-since-fukushima-disaster-says-former-iea-executive-director/ar-AA10KJAS
https://www.credit-suisse.com/microsites/supertrends/en/agenda.html
https://www.icef.go.jp/ about/ = "Innovation for Cool Earth Forum (ICEF) is a platform of wisdom for discussing among industry-academia-government leaders around the world in order to promote “INNOVATION”, the key to solving global warming."

Atomkraft In Japan - Hintergründe / gegenteilige Meinungen: 
https://www.nzz.ch/international/10-jahre-nach-fukushima-japan-setzt-weiter-auf-atomkraft-ld.1605497 (Martin Kölling, 10. März 2021)
https://taz.de/Atomkraft-in-Japan/!5688702/ ("In Rokkasho soll eine Wiederaufbereitungsanlage für Plutonium in Betrieb gehen. Doch der dazugehörige Brennstoffkreislauf ist längst Fiktion", Martin Fritz, 26. Mai 2020)
https://www.japandigest.de/aktuelles/politik/atomkraft-energiewende/ ("Stagnierende Energiewende", Miho Doi, 27. Juli 2018)


Entsorgungstunnel für belastetes Wasser am AKW Fukushima

"Der Tunnel, über den Wasser vom Gelände des 2011 havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukshima Daiichi ins Meer entsorgt werden soll, wird jetzt gebaut. Kraftwerksbetreiber Tepco teilt mit, die nötigen Genehmigungen und Zustimmungen bekommen zu haben."

"Im April 2021 hatte die japanische Regierung zugestimmt, dass Tepco das Wasser verdünnt ins Meer abzuleiten, bei dem die Menge an Radionukliden unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt. Dies stieß auf heftige Kritik von Südkorea und China."

"In den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 befindet sich seit dem Super-GAU vom März 2011 geschmolzenes und erstarrtes nukleares Brennmaterial. Dieses wird fortlaufend mit Wasser gekühlt, das dadurch radioaktiv verseucht wird und sich mit Grund- und Regenwasser mischt, das in die Reaktorgebäude eindringt. Durch ALPS könne die Konzentration von 62 Radionukliden in dem Wasser verringert werden, erläutert Tepco, Tritium kann nicht entfernt werden."

Link: https://www.heise.de/news/Fukushima-Tunnelbau-fuer-Entsorgung-von-Tritium-Wasser-beginnt-7202245.html  (heise, 4.8. 2022)


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