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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Zur Zeit sind Publikationen zum Thema Japan nach „Fukushima“ in Vorbereitung. Bedingt durch diese Publikationstätigkeiten werden in der kommenden Zeit die Entwicklungen in Japan in größeren Abständen kommentiert. Nach wie vor sollen jedoch Hinweise auf japanische / westliche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema „Japan nach Fukushima“ bekannt gegeben werden.


Aktuelles

„Flecken wie auf einem Leopardenfell“: Aktuelle Radioaktivitätswerte um Fukushima

 „Die Hilfsorganisation Green-Cross präsentierte in Zürich knapp fünf Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima neue Messresultate. Knapp fünf Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima sind auch Gebiete ausserhalb der Sperrzone noch radioaktiv verseucht. Das zeigen Messungen von Green-Cross, die am Samstag an der ETH Zürich anlässlich einer Tagung präsentiert wurden“  (20minuten.ch).

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"Stilles Meer" von Hosokawa Toshio an der Staatsoper Hamburg

Uraufführung der Fukushima-Oper "Stilles Meer" am 24. Januar (Staatsoper Hamburg):

"Eine Anhöhe, der Blick weitet sich, das Meer. Claudia steht hier sehr oft, seit vor kurzem ihr Mann Takashi und ihr Sohn Max ums Leben kamen. Laternen auf dem Meer für die Seelen der Toten bedeuten: jeder hat im Tsunami jemanden verloren. Claudias früherer Freund und Vater ihres Sohnes beschwört sie: „Sieh doch die Wirklichkeit“. Doch ihre Wirklichkeit sind die Toten, die das Meer nicht hergegeben hat - die Evakuierung verhinderte die Suche. Ein Ritual soll Claudia die Seele ihres toten Kindes sehen lassen, denn sie kann ihn nicht freigeben. Doch das Bild zerrinnt in ihren Armen. „Lasst uns nach Hause gehen, ein jeder zu sich nach Hause“, sagt sie. Für Toshio Hosokawa spiegelt sich die Natur in hörbaren symbolischen Formen. So hat jeder Ton, jede Stille eine spirituelle Evidenz. Wie hier die Atomkatastrophe von Fukushima ist japanische Geschichte Anlass zu Kompositionen, so auch in „Voiceless voice in Hiroshima“.

In der Uraufführung der Oper „Stilles Meer“ trifft die musikalische Philosophie des renommierten japanischen Komponisten Toshio Hosokawa (*1955) erstmals auf die theatrale Wirklichkeit seines Landsmannes Hirata Oriza (*1962), der das japanische Gegenwartstheater wie kein Zweiter geprägt hat, und nun als Librettist und Regisseur sein Debüt im Musiktheater gibt. Gemeinsam widmen sie sich einem Sujet, das auf einer künstlerischen Metaebene die sozialpsychologischen Folgen der japanischen Erdbebenkatastrophe von 2011 reflektiert und musikalisch wie szenisch den Raum zwischen Tönen und Schweigen ergründet." (Beschreibung der Staatsoper)

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Grüße aus Fukushima von Doris Dörrie (2016)

Der neue Japanfilm von Doris Dörrie kommt im März 2016 in die Kinos. 

„Im deutschen Drama Grüße aus Fukushima reist Rosalie Thomass nach dem 2011er Erdbeben nach Japan, um dort Hilfe zu leisten und trifft auf eine alte Geisha, die in ihr Zuhause zurückkehren will.

Grüße aus Fukushima sendet kaum noch jemand, nachdem dort 2011 ein Erdbeben schlimmen Schaden angerichtet hat und das nukleare Kraftwerk die Region verstrahlt hat. Statt Touristen strömen nun Hilfsorganisationen ins Land und auch Jahre später herrscht hier noch Chaos in provisorisch eingerichteten Notunterkünften. Unter denjenigen, die den Japanern unter die Arme greifen möchten, ist auch Marie (Thomass). Die junge Deutsche will in ihrem Leben endlich einmal etwas richtig machen und schließt sich deshalb der Organisation Clowns4Help an.

Leider muss Marie ziemlich schnell feststellen, dass sie nicht für die Hilfsarbeit gemacht ist. Die junge Frau bereitet sich schon wieder auf ihre Abreise vor, als sie der Japanerin Satomi (Momoi) begegnet. Die alte Dame ist Fukushimas letzte Geisha und hat es sich in den störrischen Kopf gesetzt, nach Hause zurückzukehren. Nur leider liegt dieses Zuhause mitten in der Sperrzone…“ (ES).

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Filmreihe zu “Fukushima” am Japanischen Kulturinstitut Köln

„Am 11. März 2011 wurde Japan durch die Dreifachkatastrophe von Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall erschüttert. Neben den verheerenden Sachschäden erlitten die Menschen in den betroffenen Regionen unermessliches persönliches Leid. Es wurden fast 20.000 Tote und Vermisste gezählt, ca. 340.000 Personen wurden von einem auf den anderen Tag obdachlos. Schon kurze Zeit später begannen auch Künstler, sich mit den Folgen des Desasters auseinanderzusetzen, darunter Literaten, Theatermacher, Musiker, Photographen und bildende Künstler. Darüber hinaus haben zahlreiche Filmemacher eindrucksvolle Dokumentationen und Spielfilme gedreht, die sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven annähern. Wir zeigen eine kleine Auswahl von Werken, die zwischen 2012 und 2014 entstanden sind“ (JKK).

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Fukushima-Stück "An und Aus" im Nationaltheater Mannheim

„Entstanden ist "An und Aus" als Auftragswerk des japanischen Nationaltheaters in Tokyo. Roland Schimmelpfennig, der zu den meistgespielten zeitgenössischen Dramatikern gehört, erweist sich einmal mehr als poetisch versierter Sprachartist. Das Dokumentarische oder Direkte liebt er nicht, viel lieber drückt er die Empfindungen seiner Figuren durch surreale Andeutungen aus. So glaubt Frau Z. (Katharina Hauter), sie habe nach dem Flackern zwei Köpfe wie ein Mutant, während Herr A. vermutet, nun keinen Mund mehr zum Sprechen zu haben. Gespielt wird er mit ungläubig-verzweifeltem Staunen von Stefan Reck, der zu Beginn dieser Spielzeit von Heidelberg nach Mannheim gewechselt ist. Frau A. (wie immer von packender Bühnenpräsenz: Ragna Pitoll) glaubt, sie sei versteinert, und ihr Seitensprung-Partner Y. (Fabian Raabe) fühlt in sich ein brennendes Herz. Frau Y. (Hannah Müller) sieht sich ganz kafkaesk in eine Motte verwandelt, während Herr Z. (Reinhard Mahlberg) glaubt, ein toter Fisch zu sein. Alle drei Paare nehmen durch diese Fantasien und Albträume das vorweg, was durch die Katastrophen womöglich erst in fernerer Zukunft eintreten wird. Nur das junge Paar, das nicht zueinander findet, bewahrt sich seine romantische Vorstellungen, obwohl von oben der atomare Fallout in Form schwarzer Schnipsel herabrieselt“ (Rhein-Neckar-Zeitung, 12. Januar 2016).

Info: Die nächsten Vorstellungen sind am 14. und 23. Januar. Karten unter Telefonnummer 06 21 / 1 68 01 50 oder www.nationaltheater-mannheim.de

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