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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Der Band "NOlympics: Tōkyō 2020/1 in der Kritik“ ist Anfang Juni erschienen. Aktuell sind weitere Publikationen in Vorbereitung.

Aktuelles

Projekt „Die gespaltene Gesellschaft: Diskursive Konstitution Japans zwischen Atombombe (genbaku) und Atomkraftwerk (genpatsu)“

Abstract: "Seit der AKW-Erdbebenkatastrophe vom März 2011 erscheint der Ortsname „Fukushima“ auch in der bislang unüblichen Schreibweise mittels der Silbenalphabete Hiragana oder Katakana – eine Notation, die bis dahin für die beiden im August 1945 von Atombombenabwürfen betroffenen Städte Hiroshima und Nagasaki gebräuchlich war. Mit „Hiroshima“ bzw. „Nagasaki“ (symbolisch für die Atombombe genbaku stehend) und „Fukushima“ (für Atomkraft/-energie genpatsu stehend) ist daher der zeitliche Bogen, der das Projekt tragen soll, geschlagen: Sein Ziel ist es, den Konstituierungsprozess der japanischen Gesellschaft und -kultur seit dem 6. August 1945 aus der Perspektive des „Atoms“ neu zu fokussieren.

Es geht von der These aus, dass der zwischen der „negativen“ und „positiven“ Kernenergie aufgespannte Diskurs über „Hiroshima“, „Nagasaki“ und „Fukushima“ ein zentrales Element des Dispositivs des Atomaren bildet, das die Nachkriegsordnung in Japan und darüber hinaus global geprägt hat. Eine umfassende Untersuchung von diskursiven Praktiken mit ihren verschiedenen Akteuren soll erstmals ihre ganze historische Verflechtung (vertikal und horizontal) sichtbar machen, rivalisierende Kräfteverhältnisse auch mit ihren Rissen im Dispositiv zum Vorschein bringen, die diese Wissensordnungen heute mehr denn je auf den Prüfstand stellen. Offenzulegen sind soziokulturelle Kontexte, in denen sich das Dispositiv formierte, in einem bestimmten Wachstums- und Energieregime dominant wurde und nunmehr zunehmend in Frage gestellt wird.

Operationalisiert wird das Vorhaben über zwei methodisch und inhaltlich miteinander verwobene Teilprojekte, die beide Seiten der Kernenergie (genbaku und genpatsu) in den Blick nehmen und diskursanalytisch herausausarbeiten, wie „Texte“ und „Bilder“ das Atom re-präsentieren und artikulieren. Vor allem in Ausstellungs- und Bildungskontexten wird untersucht, wie in ihnen Prozesse der Inklusion/Exklusion, der Homogenisierung/Marginalisierung stattfinden und sie dabei selbst zu zentralen konstituierenden Praktiken des Dispositivs des Atomaren werden."

Projekt-Verantwortliche: Prof. Dr. Steffi Richter und Prof. Dr. Stephan Köhn
Projektteilnehmer*innen: Felix Jawinski, Sonja Hülsebus
Universität: Universität Leipzig/Japanologie und Universität zu Köln/Japanologie
Mailadresse: japans-split-society@uni-leipzig.de

Link: https://www.gjf.de/projekt_die_gespaltene_gesellschaft.htm


Exkurs zum Thema Atomwaffen. Winter 2020

 „Seit Hiroshima und Nagasaki hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Die Wirkung war zu zerstörerisch, zu verheerend die Folgen. Und doch blieb da immer der Wunsch mancher Strategen, diese mächtige Waffe zu nutzen – für einen begrenzten Atomschlag, als Option einer glaubhaften Abschreckung. Weil die Sprengköpfe kleiner werden, die Trägersysteme präziser und die geopolitische Lage sich zuspitzt, könnten solche Ideen durchaus gehört werden. Ein Überblick über die Entwicklung von Atomwaffen, ihre Wirkung, die Logik der neuen atomaren Rüstung und ihre Risiken.“ (Deutschlandfunk, Juli 2020)

Tod des iranischen Kernphysikers Mohsen Fachrisadeh: „Fachrisadeh war am Freitag in Ab-Sard, ein östlicher Vorort der Hauptstadt Teheran, in seinem Auto angeschossen und so schwer verletzt worden, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Das Verteidigungsministerium in Teheran sprach von einem „Märtyrertod“. Der Kernphysiker war Mitglied der Revolutionsgarden und Experte für die Herstellung von Raketen. Zuletzt leitete er die Forschungsabteilung im Verteidigungsministerium.“ (Handelsblatt, 28. November 2020)

 Links: https://www.deutschlandfunk.de/atomwaffen-warum-es-immer-noch-13-400-atombomben-gibt.2897.de.html?dram:article_id=480337

https://www.handelsblatt.com/politik/international/naher-osten-irans-praesident-usa-und-israel-hinter-anschlag-auf-atomphysiker/26667278.html?ticket=ST-3059152-hTaFtJbo5RVLRcE2OBYg-ap6


Atommüll aus Großbritannien für Japan

Obwohl Japan Probleme mit der Entsorgung eigener atomarer Abfälle aus Fukushima hat, nimmt das Land Atommüll aus England an – ein Szenario, das der Autor Kurokawa Sô bereits sehr anschaulich in seinem Roman Iwaba no ue kara (2017; Vom Felsenplateau), in dem er z.B. die "Erdschichttiefenlagerung" (chisô shobun) diskutiert, dargestellt hat.

Text: „Wie kürzlich bekannt wurde, hat Japan Nuclear Fuel Limited seine Gespräche mit Versorgungsunternehmen aufgenommen. Sie wollen für das nächste Geschäftsjahr ab April 2021 in ihren Lagern wieder Atommüll aus den Großbritannien aufnehmen.“ (Sumikai, 10. November 2020)

Links: https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/japan-wird-wieder-atommuell-aus-grossbritannien-annehmen-283398/

https://www3.nhk.or.jp/nhkworld/en/news/20201109_21/


Premier Suga trifft bald Entscheidung über die Entsorgung von atomarem Abwasser in Fukushima

„The government will have the final authority to decide which disposal policy to implement. On 28 October, Japanese Prime Minister Yoshihide Suga said his government was working on the final details of a plan to release the stored water at the Fukushima Daiichi plant.

"We cannot put off our decision forever without making a plan," Suga was quoted as saying by the Associated Press. "Based on discussions and expertise we've had, we will further deepen our discussion and responsibly make a decision at an appropriate time."“

Voraussetzungen laut WNN: „At the Fukushima Daiichi site, contaminated water is treated by the Advanced Liquid Processing System (ALPS), which removes most of the radioactive contamination, with the exception of tritium. This treated water is currently stored on site. As of 12 March, some 1.19 million cubic metres of treated water are stored within 979 tanks on the plant site. The total tank storage capacity will amount to approximately 1.37 million cubic metres by the end of 2020 and all the tanks are expected to be full around the summer of 2022.

In March this year, Tokyo Electric Power Company (Tepco) released a report on two potential methods for disposing of treated water currently being stored on the plant site. The report considered the discharge of the water into the sea and via vapour release. Tepco said that, if released into the sea, the amount of radioactive materials other than tritium in the stored water will be reduced as much as possible, while the tritium concentration will also be lowered as much as possible.“

Link: https://www.world-nuclear-news.org/Articles/Japanese-experts-to-oversee-marine-readings-for-IA (World Nuclear News / 2. Oktober 2020)


Komprimierte Darstellung der Reaktorhavarie des AKW in Fukushima 2020

„Achteinhalb Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima hat ein japanisches Gericht drei ehemalige Manager des Kraftwerksbetreibers Tepco vom Vorwurf der Fahrlässigkeit mit Todesfolge freigesprochen. Am 11. März 2011 löste eine Tsunami-Katastrophe die folgenschwere Havarie im Atomkraftwerk Fukushima aus. Etwa 18.500 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst. © AFP, REUTERS“

Etwas seltsam ist das leise Geräusch auf 0:56.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=_2E4WIjxN1k


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