Sie sind hier: Aktuelles

Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Der Band "NOlympics: Tōkyō 2020/1 in der Kritik“ ist Anfang Juni erschienen. Aktuell sind weitere Publikationen in Vorbereitung.

Aktuelles

Radioaktives Nuklid C-14 tritt am Forschungsreaktor in Garching aus

„Am Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München ist Radioaktivität ausgetreten. Der Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids C-14 sei überschritten worden, teilte die Technische Universität München als Betreiberin auf ihrer Homepage mit. Es sei eine „geringfügige Überschreitung“ des in der Betriebsgenehmigung festgelegten Wertes bei der C-14-Ableitung über den Kamin in die Atmosphäre festgestellt worden. Für Menschen und Umwelt habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, betonten die Betreiber sowie das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde.- Der Jahresgrenzwert für den FRM II sei um rund 15 Prozent überschritten worden, sagte FRM-II-Sprecherin Anke Görg auf Anfrage am Samstag. Bei einer Ausschöpfung des Grenzwertes liege die theoretische Belastung der Bevölkerung bei maximal drei Mikrosievert. Das sei weniger als der Wert, dem ein Patient bei einer Röntgenaufnahme beim Zahnarzt ausgesetzt sei. Er entspricht laut Technischer Universität zugleich einem Prozent der laut Strahlenschutzverordnung zulässigen jährlichen Strahlendosis von 300 Mikrosievert, die der Bevölkerung aus Ableitungen radioaktiver Stoffe mit der Luft zuzumuten sei. Der für den FRM II individuell festgelegte Grenzwert für C-14 wiederum liege weit unterhalb des gesetzlich vorgegebenen Wertes.- Wegen der Corona-Beschränkungen ist der Betrieb des Reaktors seit 17. März auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, da Gastwissenschaftler nicht vor Ort arbeiten können. Welche Auswirkungen der Vorfall für den weiteren Betrieb habe, sei offen.“  (Apotheke)

Links: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/garching-austritt-von-radioaktivem-c-14-zwischenfall-in-reaktor/ (16. Mai 2020)
https://www.frm2.tum.de/die-neutronenquelle/c-14/
https://www.br.de/nachrichten/bayern/radioaktivitaet-am-forschungsreaktor-garching-ausgetreten,Rz9Yy7D
https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/radioaktives-c-14-aus-reaktor-entwichen-konsequenzen-gefordert


Das Dauerproblem des radioaktiv belasteten Wassers

Das Citizens’ Nuclear Information Center (CNIC), No Nukes Asia Forum Japan und Friends of the Earth Japan haben im April eine Petition formuliert, die fordert, dass das radioaktiv belastete Wasser des AKW Fukushima nicht ins Meer abgeleitet, sondern stattdessen sicher an Land verwahrt werden soll.

Auszug: „At present, approximately 1.2 million tons of contaminated water is being stored. This water contains tritium (radioactive hydrogen) having 860 trillion becquerels of radiation, which cannot be removed using conventional equipment like ALPS. At present, more than 70% of the water stored in the tanks contains radioactive substances such as strontium 90, cesium 137, and iodine 129, totally exceeding emission concentration standards. These radioactive substances cannot be completely removed by secondary treatment. The government and Tokyo Electric Power Company (TEPCO) have stated that an additional 1,200 trillion becquerels worth of tritium are still contained in the plant buildings, which means that more contaminated water is likely to be released in the future. Instead of discharging contaminated water into the ocean, another option the government is considering is to vaporize it, but ocean discharge is currently seen as the preferred option. Increasing the amount of radioactive contamination in the environment threatens future life. Fukushima fishing unions are strongly opposed to ocean discharge. For them this threat to the fishing industry is a matter of life and death. In Ibaraki Prefecture, immediately south of Fukushima, there is also strong opposition to ocean release. However, the government is still insisting that environmental discharge is the only option. Fukushima Prefecture authorities have held token public hearings and called for public comments, but their plan is to announce, by the summer of 2020, that the contaminated water will be discharged into the environment.

Several civil society groups in Japan are voicing their opposition, demanding that the ocean discharge plan be withdrawn, and instead that the contaminated water be stored on land and solidified.

Link: https://cnic.jp/english/?cat=33 (CNIC, 29. April 2020)


Konkurrenz der Katastrophen? Die Brände in Tschernobyl in den Zeiten von „Corona“

Die Katastrophe von Tschernobyl jährte sich am 26. April 2020 zum 34. Mal.

In einem Artikel des Merkur ist zu lesen: „Tschernobyl brennt: Radioaktive Rauchwolken „könnten auch Deutschland treffen“

Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs (IPPNW) warnt zumindest vor einer Verharmlosung der Lage. Es gebe bereits radioaktive Wolken über der Ukraine. ‚Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas, könnte auch Deutschland von den radioaktiven Wolken betroffen sein‘, wie Alex Rosen, Co-Vorsitzender der IPPNW, erklärt. Stark verdünnte Rauchschwaden hätten bereits andere Teile Europas erreicht. 

Feine Messungen hätten einen Anstieg bei den Werten des radioaktiven Isotops Cäsium-137 gezeigt. Die gemessenen Strahlenwerte seien bislang zwar ‚keine relevante Gefahr für die Bevölkerung‘, sagte Rosen, es könnten aber auch deutlich stärker verseuchte Teile der Sperrzone in Brand geraten, sofern das Feuer nicht bald unter Kontrolle gebracht werden könne.“ (Andreas Schmid, Merkur 23. April 2020)

Greenpeace Magazin (ticker): „In Kiew waren in den vergangenen Tagen erhöhte Cäsium-137-Werte gemessen worden. Das Gesundheitsministerium hatte daraufhin vor allem chronisch erkrankten Menschen zusätzlich zu den Einschränkungen der Corona-Pandemie davon abgeraten, außer Haus zu gehen.“

Links: https://www.merkur.de/welt/tschernobyl-feuer-brand-radioaktivitaet-atomwolken-kraftwerk-folgen-deutschland-ukraine-zr-13686752.html
https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/nach-brand-bei-tschernobyl-einsatzkraefte-gehen-gegen-glutnester-vor
https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-braende-um-tschernobyl-flammen-wieder-auf
https://www.nau.ch/news/europa/ukraine-erinnert-an-katastrophe-von-tschernobyl-65698683


Retrospektive März 2020: Meinungsfreiheit in Japan und der Fall der Journalistin Aoki Miki 青木美希

Aus gegebenem Anlass soll hier noch einmal auf den Fall der Journalistin Aoki Miki verwiesen werden, der mitgeteilt wurde, sie müsse ihre Tätigkeit als Berichterstatterin zum Thema „Fukushima“ beenden.

Zitat: „Auf Facebook informierte sie am 13. März 2020 darüber, dass sie sehr kurzfristig von ihrem Arbeitgeber, der Zeitung Asahi Shimbun, erfahren habe, dass sie ab April in einer der Öffentlichkeitsarbeit zugehörigen Abteilung eingesetzt werde solle und künftig keine Artikel mehr für die Asahi Shimbun verfassen dürfe. Da die Asahi Shimbun zu den Gold Partnern von Tokyo 2020 gehört, liegt nun für viele der Verdacht nahe, dass damit vor den letztlich verschobenen, gleichwohl immer noch euphemistisch so genannten "Wiederaufbau-Spielen" kritische Berichterstattung zum Thema Fukushima unterdrückt werden soll.“ (Andreas Singler 2020)

Zum Ausschnitt aus Aoki Mikis Buch Chizu kara kesareta machi – 3.11 go no itte wa ikenai shinjitsu
https://www.andreas-singler.de/2020/03/16/bitte-erweisen-sie-frau-aoki-den-respekt-den-sie-verdient-offener-brief-an-den-pr%C3%A4sidenten-des-verlags-asahi-shimbun-watanabe-masataka/

Kodansha 2018 / “Streets Erased from the Map: Post-3.11, the Prohibited Truth”
Link: https://jfissures.wordpress.com/2018/11/18/excerpts-from-asahi-journalist-aoki-mikis-streets-erased-from-the-map-post-3-11-the-prohibited-truth/


„IOC und Japan verlegen Tokio-Spiele auf 2021“

„Tokio - Die Sportwelt atmet auf und feiert die Verschiebung der Olympische Spiele in Tokio auf 2021 als Sieg der Vernunft. Nach einem für viele zu langen Festhalten am geplanten Austragungstermin haben sich die Olympia-Macher dem Druck in der Corona-Krise gebeugt.“ (lz, 24. März 2020)

Links: https://www.lz.de/ueberregional/topthemen/22733057_IOC-und-Japan-verlegen-Tokio-Spiele-auf-2021.html

https://www.n-tv.de/regionales/nordrhein-westfalen/Weiss-begruesst-Olympia-Verlegung-EM-in-Koeln-tangiert-article21665573.html


Besucher gesamt: 250.068