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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

PUBLIKATIONEN JAPANOLOGIE FRANKFURT (2021)

In Vorbereitung der Redaktion ist nun der Band von Christian Chappelow, der sich Wakamatsu Jōtarō (1935-2021), dem "Propheten" der atomaren Havarie von Fukushima, widmet. Seit Mitte der 1990er Jahre macht sich der Lyriker und Essayist, geprägt von den Eindrücken einer Reise nach Tschernobyl, Gedanken über die möglichen Folgen der Kernenergienutzung in seinem Land. Das Eintreten seiner literarischen Vorahnungen brachte dem über achtzigjährigen Wakamatsu nach 2011 eine – von ihm sicher so nicht gewünschte große Bekanntheit und den späten Erfolg seines Werks. Die Publikation soll Ende des Jahres erscheinen.

Aktuelles

Die Welt der Mini-Atomkraftwerke – Zukunftsvision 2050

„Er ist nicht größer als ein Badezimmer. In China wird ein Thorium-Reaktor in Betrieb genommen. 2030 soll es zur Serienproduktion kommen – die Mini-Reaktoren versprechen CO2-freien Strom ohne die Gefahr eines Gaus. Deutschland steigt aus der Kernkraft aus, andere Länder setzen große Hoffnungen in die CO2-freie Methode, Energie zu erzeugen. Neben dem Bau von Kraftwerken, die letztlich verbesserte Versionen alter Designs sind, wird an Zukunftslösungen wie der Kernfusion gearbeitet. Sehr viel schneller als die Fusionsreaktoren, die nach dem gleichen Prinzip wie die Sonne arbeiten, könnten kleine ungleich sicherere Reaktoren gebaut werden. China hat angekündigt, in nur einem Monat einen ersten Thoriumreaktor fertig zu stellen. Der chinesische Zeitplan ist ehrgeizig. Der Prototyp soll im nächsten Monat fertiggestellt werden, erste Tests beginnen im September, der Bau der ersten kommerziellen Reaktoren soll bis 2030 erfolgen. (…) (stern, Juli 2021)

Links: https://www.stern.de/digital/technik/sicher--klein-und-billig---china-baut-den-ersten-thorium-reaktor--30632008.html (stern, 26. Juli 2021)
https://www.heise.de/news/Bill-Gates-Mini-AKW-stossen-im-Bundesamt-fuer-nukleare-Entsorgung-auf-Widerstand-5076798.html  (10. März 2021)
https://nuclear.gepower.com/
https://www.powermag.com/ge-hitachi-terrapower-team-on-nuclear-storage-hybrid-smr/ (Power Magazine, 3. September 2020; Kooperation Terrapower und Hitachi)
„The advanced nuclear technology developed under a joint development agreement is called “Natrium“. It blends the “best of” TerraPower’s Traveling Wave Reactor (TWR) and GEH’s PRISM technology, but it boosts them with “additional innovations and improvements” to ramp up the SFR’s performance and economics and render it competitive in the U.S. and other countries, the companies told POWER on Sept. 2“ (Power Magazine 2020). 
https://www.ne.ncsu.edu/news/2021/nc-state-nuclear-joins-the-terrapower-ge-hitachi-nuclear-energy-natrium-team-as-recipients-of-the-doe-adrp/ (NC State University, 16. Februar 2021)
https://www.energy.gov/ne/articles/5-key-takeaways-nuclear-energy-fy2022-budget-request (Office of Nuclear Energy, 14. Juni 2021)
„The Biden-Harris Administration is also seeking $145 million to help build the nation’s first fast test reactor in more than two decades. The Versatile Test Reactor (VTR) will be capable of performing irradiation testing at higher neutron fluxes than what is currently available today. VTR is needed to accelerate the testing of advanced nuclear fuels, materials, instrumentation, and sensors required by new designs, as well as to support the existing fleet.“
https://programm.ard.de/?sendung=2872418573639697 (arte, 20. September 2016 / Thorium Atomkraft ohne Risiko?)
„Doch jetzt, fast ein Dreivierteljahrhundert nach ihrer Erfindung, treten die Flüssigsalzreaktoren wieder auf den Plan. Gescheitert mit ersten Prototypen in den 40er Jahren, endgültig aufgegeben im Jahr 1973, werden sie jetzt wieder von Wissenschaftlern weiterentwickelt. Aber werden sie sich durchsetzen und die Energieversorgung unseres Planeten revolutionieren? Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach Alternativen zur klassischen Kernenergie.“
http://www.bund-rvso.de/thorium-reaktor-fluessigsalz-klein.html (Bund für Umwelt und Naturschutz; kritischer Kommentar zu der neuen Technologie, 15. Dezember 2019)
„Zehntausende Flüssigsalzreaktoren in allen Ländern der Welt wären insbesondere angesichts der Punkte 1, 3 und 4 eine unglaubliche Gefahr.“


Monographie "Japanische Literatur nach Fukushima. Sieben Exkursionen" (August 2021)

Die Studie "Japanische Literatur nach Fukushima. Sieben Exkursionen" ist erschienen!

Auf den 501 Seiten des Bandes werden zahlreiche Autoren und Autorinnen der zeitgenössischen japanischen Literatur mit ihren Texten zu Themen wie Natur und das Nukleare, Atomhavarie und „belastete Atmosphären“, Leben im „toxischen Kontinuum“ sowie „Im Post-Anthropozän: Die Erde ohne uns“ u.a. vorgestellt. Unter ihnen sind bekannte Namen – Tsushima Yûko, Kawakami Hiromi, Tawada Yôko, Kirino Natsuo und Murata Sayaka – aber auch bislang meist nur in Japan gelesene Vertreter der Literaturszene wie Yoshimura Manʼichi, Isaka Kôtarô, Itô Seikô, Kobayashi Erika und Onda Riku. Auch Schriftsteller aus der von der Dreifachkatastrophe am stärksten betroffenen Region, z.B. Genʼyû Sôkyû und Kimura Yûsuke, kommen zu Wort, ebenso wie eine ältere Autorengeneration, die mit ihren literarischen Kommentaren die Machtverhältnisse im „Atom-Staat“ kritisiert und an die Grundlagen eines Demokratieverständnisses erinnert, wie es für die Nachkriegszeit prägend war. Leitfrage der Textexegesen ist, inwieweit und auf welche Art die literarische Repräsentation von „3.11“ eine – in Abgrenzung zum offiziellen Narrativ der Katastrophe durch Regierung und Medien – alternative oder subversive Deutung der Geschehnisse bietet.

Link: https://www.ebv-berlin.de/Band-15-Japanische-Literatur-nach-Fukushima


Toxische Perspektiven bis 2050 - Wassereinleitung ins Meer

"Bei genauerer Betrachtung der speziellen Abwasserproblematik in Fukushima zeigt sich, wie von der japanischen Regierung und der Betreiberfirma Tepco Mythen und Fehlinformationen in die Welt gesetzt wurden, aus finanziellen und politischen Gründen."

"Machbare Alternativen zur schlechtesten Lösung, nämlich das radioaktive Wasser einfach ins Meer fließen zu lassen, wurden gar nicht erst in Betracht gezogen. Geplant ist, ab Ende 2022, Anfang 2023 das gespeicherte Wasser nach und nach abzulassen – in einem Projekt, das sich bis in die 2050er Jahre zöge. Dieses Vorhaben ist inakzeptabel und wird von der Bevölkerung, von Umwelt- und Fischereiverbänden sowie von Anrainerstaaten wie Südkorea und China kritisiert" (Greenpeace  2021).

Links: https://www.greenpeace.de/themen/energiewende-atomkraft/atomunfaelle/gefaehrliche-mythen (Greenpeace April 2021)
https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/atomkraft/katastrophaler-wassers
https://www.jaif.or.jp/en/information-about-fukushima-daiichi-nps-water-treatment/chaden (JAIF, 2. August 2021)
https://www.iaea.org/newscenter/news/japans-reports-on-conditions-at-tepcos-fukushima-daiichi-nuclear-power-station-9-august-2021 (IAEA, 9. August 2021)
https://thediplomat.com/2021/06/fukushima-depoliticizing-the-release-of-treated-water-into-the-ocean/ (Akiyama Nobumasa / Hitotsubashi University, Juni 2021)


Ausschreibung CAPAS Stipendien 2022-23

Käte Hamburger Centre for Apocalyptic and Post-Apocalyptic Studies
Call for Applications – Fellowships 2022-23

“CAPAS gathers international scholars and scientists to research collaboratively on ideas and experiences of the doom of worlds and their aftermath. We invite applications for up to 10 Fellowships for the 2022-2023 academic year.

The focus of the 2022-2023 academic year is on the imaginaries and concepts of the (post-)apocalypse, with special regard to Europe and the Americas. The aim is to explore the imaginary of apocalyptic and post-apocalyptic worlds in a transcultural and transdisciplinary perspective. Proposals regarding the theoretical or methodological frame of CAPAS and on inter- and transdisciplinary approaches are also welcome. We invite applications for up to 10 Fellowships from September/October 2022 for the 2022-2023 academic year (beginning date is negotiable). Fellowships are available for a duration of up to 12 months, including at least one academic term (October to February or April to July). Fellows must reside in Heidelberg during their entire funding period and are expected to participate in the transdisciplinary programme and the social life at the Centre, as well as to contribute to its publications. English is the working language at the Centre.“

Deadline: 12. September 2021
Link: https://www.capas.uni-heidelberg.de/index.en.html


Rezension zum Band "Strahlen im Kalten Krieg"

Auf dem Forum H-Soz-Kult wurde folgende Studie besprochen:

Marti, Sibylle, Strahlen im Kalten Krieg. Nuklearer Alltag und atomarer Notfall in der Schweiz. Paderborn: Ferdinand Schöningh 2020,
ISBN 978-3-657-70443-9; 512 S.

"Insgesamt zeigt die Autorin über den gesamten Zeitraum vorbildlich, wie sich spezifische „Überwachungs-, Regulierungs-, Alarmierungs- und Rettungsdispositive herausbildeten, die sowohl auf den expandierenden nuklearen Alltag als auch einen künftigen Atomkrieg abzielten“ (S. 444) und die „Nuklearität“ (Hecht) steigerten."

Link: https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-96520


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