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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.

Aktuelles

Konferenz im März 2012 : "Comparing Fukushima and Chernobyl: Social and Cultural Dimensions of the Two Nuclear Catastrophes"

Vom 8.-9. März 2012 wird an der Goethe-Universität Frankfurt − in Zusammenarbeit der Forschungszentren GIZO und IZO sowie unter der Mitwirkung der Japanologie Frankfurt und japanologischer Kollegen aus Leipzig, Zürich und Halle-Wittenberg − eine u.a. von der Japan Foundation und dem Nakama-Fonds der Universität geförderte internationale Konferenz zum Thema Fukushima und Tschernobyl stattfinden. Geplant sind Panels zum Thema Technikethik, zu Reaktionen Intellektueller und Literaten auf die nuklearen Katastrophen in Russland und Japan sowie zu politischen Interaktionen der betroffenen Länder mit ihren Nachbarn in Europa respektive Asien.

Genauere Informationen werden bald an dieser Stelle bekannt gegeben.


Bericht des Schweizer Fernsehens: „Japans Aufbruch nach der Katastrophe“ - «Kulturplatz extra» Januar 2012

„Kulturplatz" reist nach Japan und fragt nach, wie die Kulturszene vor Ort die Katastrophe und die Versuche ihrer Bewältigung erlebt. Die Reporterin reist in die vom Unglück betroffenen Provinzen zum Autor und Zen-Priester Gen’yû Sôkyû, trifft Stars der japanischen Kulturszene, nimmt aber auch die Subkultur der Metropole Tôkyô wahr. In Ôsaka begegnet sie dem Architekten Tadao Andô, der dieses verheerende Unglück zum Anlass nimmt, über die Zukunft Japans nachzudenken und im Zuge des Wiederaufbaus eine Rückbesinnung auf alte Werte anzustreben. Musiker und Oscar-Preisträger Ryûichi Sakamoto betreibt eine Kampagne für den Atomausstieg seines Landes. Und Literatur-Nobelpreisträger Ôe Kenzaburô wird als knapp 80-jähriger der Wortführer eines gesellschaftlichen Aufbruchs in ein neues Japan.

"Kulturplatz extra", am 4. Januar 2012, um 22.20 Uhr, auf SF 1.

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Links: 


Sotobayashi Hideto verstorben

(Sotobayashi Hideto)

Sotobayashi Hideto starb am 28. Dezember 2011 in Berlin nach schwerer Krankheit.

Der am 1. November 1929 in Nagasaki geborene und in Hiroshima aufgewachsene Chemiker lebte seit den 1950er Jahren in Berlin und forschte lange Zeit am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft; 1994 wurde der Spezialist für Hochpolymere emeritiert.
Als Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima war Sotobayashi erst seit einigen Jahren als Berichterstatter des 6. August 1945 und als Kritiker der Nutzung von atomarer Energie aktiv. Lange hatte er aus Rücksichtnahme auf seine Familie in Japan, die das Geschehen verdrängen wollte, geschwiegen. In den zahlreichen Interviews, die der Naturwissenschaftler seit 2007 gab, sprach er sich als jemand, der die Schrecken der Atombombe selbst in plastischer Deutlichkeit erfahren hatte, gegen jede Nutzung des Atomaren aus.

Am 3. Mai 2011 war Sotobayashi Hideto als Vortragender an der Goethe-Universität zu Gast gewesen. Er beeindruckte die Zuhörer mit seinem Zeitzeugenbericht der Ereignisse in Hiroshima.

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Links:

Sotobayashi Hideto starb am 28. Dezember 2011 in Berlin nach schwerer Krankheit.
 
Der am 1. November 1929 in Nagasaki geborene und in Hiroshima aufgewachsene Chemiker lebte seit den 1950er Jahren in Berlin und forschte lange Zeit am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft; 1994 wurde der Spezialist für Hochpolymere emeritiert.
Als Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima war Sotobayashi erst seit einigen Jahren als Berichterstatter des 6. August 1945 und als Kritiker der Nutzung von atomarer Energie aktiv. Lange hatte er aus Rücksichtnahme auf seine Familie in Japan, die das Geschehen verdrängen wollte, geschwiegen. In den zahlreichen Interviews, die der Naturwissenschaftler seit 2007 gab, sprach er sich als jemand, der die Schrecken der Atombombe selbst in plastischer Deutlichkeit erfahren hatte, gegen jede Nutzung des Atomaren aus.
 
Am 3. Mai 2011 war Sotobayashi Hideto als Vortragender an der Goethe-Universität zu Gast gewesen. Er beeindruckte die Zuhörer mit seinem Zeitzeugenbericht der Ereignisse in Hiroshima.
 
Links:
http://www.fr-online.de/japans-katastrophe/-jeder-reaktor-ist-eine-atombombe-,8118568,8348312.html
http://www.hiroshima-platz-potsdam.de/
http://www.youtube.com/watch?v=S273cNnKWI8

Nakama-Fonds fördert Forschungsprojekte

Nachdem der an der Goethe-Universität anlässlich der Dreifachkatastrophe von Fukushima eingerichtete Nakama-Fonds in den vergangenen Monaten zahlreiche großzügige Zuwendungen erhalten hat, konnten bereits zum Ende des Jahres 2011 Projekte des japanisch-deutschen Wissenschaftsaustauschs mit Unterstützung des Fonds realisiert werden. Gefördert wurden  z.B. interkulturelle Forschungsvorhaben aus den Biowissenschaften, den Rechtswissenschaften, der Wirtschaftwissenschaft sowie aus der Chemie.


Die Mafia und das Atomare. Eine Reportage von Suzuki Tomohiko

Am 15. Dezember 2011 erschien im Verlag Bungei Shunjû die Reportage des investigativen Journalisten Suzuki Tomohiko, der sich als Leiharbeiter für die Aufräumungsarbeiten im Atomkraftwerk Fukushima Dai’ichi verdingt hatte:


Suzuki Tomohiko: Yakuza to genpatsu. Fukushima Dai’ichi sen’nyûki [Die japanische Mafia und die Atomindustrie. Geheime Reportage über den Meiler Fukushima I]. Tôkyô: Bungei Shunjû.

In einem Video erklärt der Verfasser einem Kollegen, wie er bei seiner Recherche im mafiös unterwanderten Milieu der Atomleiharbeiter vorgegangen ist und welche Schlüsse er aus seinem Erlebnis in Fukushima zieht. Auf die Frage nach den Schriftzeichen auf seinem Handrücken, die während des Fernsehinterviews auffielen, antwortete er, sie sollten ihn daran erinnern, nicht zu viel zu sagen und nichts Unnötiges auszuplaudern – ein Hinweis darauf, dass er sich mit einem äußerst sensiblen Thema beschäftigt, dem japanischen „Tabu des Atomaren“, wie es auf dem Cover des Bandes heißt.


(Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=llO7pq70Vsc)

Eine ins Englische übersetzte Pressekonferenz mit Suzuki Tomohiko vom 15.12.2011 (siehe auch http://www.fccj.or.jp/node/7119 ) kann unter folgendem Link verfolgt werden:


Unter den "Projekten" ist ein Beitrag zu Suzuki Tomohiko von Lisette Gebhardt (Japanologie Frankfurt) zu finden.


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