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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Zur Zeit sind Publikationen zum Thema Japan nach „Fukushima“ in Vorbereitung. Bedingt durch diese Publikationstätigkeiten werden in der kommenden Zeit die Entwicklungen in Japan in größeren Abständen kommentiert. Nach wie vor sollen jedoch Hinweise auf japanische / westliche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema „Japan nach Fukushima“ bekannt gegeben werden.


Aktuelles

Symposium "Die Verarbeitung von Katastrophen und Traumata in Literatur und fiktionalen Medienproduktionen"

Kommende Woche findet vom 27. bis 28. September an der Universität Wien die Veranstaltung "Die Verarbeitung von Katastrophen und Traumata in Literatur und fiktionalen Medienproduktionen" statt. Neben Vorträgen von WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Japan, wird auch die Schriftstellerin Yû Miri anwesend sein. Fünf Jahre nach der Dreifachkatastrophe steht das Thema "Fukushima" nach wie vor im Vordergrund der wissenschaftlichen Beiträge zum Thema Katastrophe und Trauma. Das vollständige Programm gestaltet sich dabei wie folgt:

Dienstag, 27.9.2016

10:15-10:30 Ina Hein (Japanologie, Universität Wien): Begrüßung

10:30-11:15 Prof. Dr. Lisette Gebhardt (Japanologie, Universität Frankfurt): Belastungsdimensionen in Texten japanischer Schriftsteller nach 1945. Das literarisierte Trauma als konzeptuelles Problem

11:15-12:00 Dr. Barbara Geilhorn (Japanologie, FH Berlin): A Multifaceted Fukushima—Conflicting Images of the Loved Homeland in Ōnobu Pelican’s Kiruannya to Uko-san

14:00-14:45 Prof. Dr. Hilaria Gössmann (Japanologie, Universität Trier) Der Hund, der in ‚Fukushima‘ blieb. Zur Thematisierung der Atomkatastrophe in Kinderbuch und Fernsehdrama

14:45-15:30 Fukuoka Asako (Germanistik, Universität Kôbe): Auseinandersetzung mit medialer Erfahrung von Katastrophen. Zu Elfriede Jelineks „Kein Licht“

16:00-16:45 Kristina Iwata-Weickgenannt (Japanologie, Universität Nagoya): In der Sperrzone: Yū Miri und ‚Fukushima‘

16:45-18:00 Yū Miri: Leben und Schreiben in Fukushima

Mittwoch, 28.9.2016

10:15-11:15 Dr. Daniela Tan (Japanologie, Universität Zürich): Witnessing the Impossible – Writing Trauma

11:15-12:00 Ina Hein (Japanologie, Universität Wien): Die Schlacht von Okinawa: Literarische Strategien der Auseinandersetzung mit traumatischen Kriegserlebnissen bei Medoruma Shun

14:00-14:45 Adam Gregus M.A. (Japanologie, Universität Trier): Eien no Zero: Zwischen Antikriegsappell und nationalistischem Sentiment

14:45-15:30 Dr. Griseldis Kirsch (Japanologie, SOAS London): Ein Sieg in der Niederlage - Der Tennô als Held in Nihon no ichiban nagai hi (2015)

Link: http://japan.univie.ac.at/newsfolder/news/article/symposium-die-verarbeitung-von-katastrophen-und-traumata-in-literatur-und-fiktionalen-medienprodu/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=180075&cHash=85203ae7200d069c59672d7bc31a9243


Kinder- und Jugendliteratur nach Fukushima - Das Schicksal des Paro

Inga Neuhaus, die für ihre MA-Arbeit zum Thema "Tierethik in Japan" forscht, hat sich im Sommersemester mit "Paro" beschäftigt und verfasst dazu für das Forschungsprojekt  "Japan nach Fukushima" einen kleinen Beitrag.

Zurückgelassen in Fukushima – Paro mit dem roten Halsband

Angeregt durch Yôko Koyama-Sieberts Hinweise zur Post-Fukushima Kinder- und Jugendliteratur (1) setzte sich die Frankfurter Japanologie im SoSe 2016 mit Katô Taichis (*1934) Werk „Paro mit dem roten Halsband“ (Akai kubiwa no Paro) auseinander.

Bei der Zwangsevakuierung nach der Dreifachkatastrophe muss die Viertklässlerin Yurika ihren geliebten Hund Paro in der Sperrzone zurücklassen. Zusammen mit ihrer Mutter flieht sie vor der Strahlung nach Hokkaidô, wo Tomoe, eine Freundin der Mutter, lebt. Das Mädchen ist fasziniert von Tomoe, die einen umweltbewussten Lebensstil führt und Anti-Atom-Demonstrationen besucht. Auch die Lebensmittelsicherheit nach „Fukushima“ wird thematisiert. Katô scheut sich nicht, durch die Figur der Tomoe direkte Kritik an NHK, TEPCO und der Regierung mit ihrem „Sicherheitsmythos“ (anzen shinwa) zu üben. In einem Interview betont er, Kindern solle die Wahrheit über die Atomkraft vermittelt werden (2). Der Tod Paros, den Yurika am Ende akzeptieren muss, steht symbolisch für eine Konfrontation mit dieser Realität.

Katô Taichi (Text), Taguchi Michiyo (Illustrationen) (2014): Akai kubiwa no Paro – Fukushima ni nokoshite (Paro mit dem roten Halsband  - zurückgelassen in Fukushima). Chôbun Sha.

Literaturhinweise:

(1) Koyama-Siebert, Yôko (2016): Atomare Kinder- und Jugendliteratur in Japan und Deutschland. Ein Vergleich. In: Literaturkritik.de Ausgabe Nr. 4, April 2016. Den Beitrag von Koyama-Siebert gibt es seit Juli 2016 auch in Buchform im Band Nukleare Narrationen. Erkundungen der Endzeit fünf Jahre nach Fukushima (EB-Verlag Berlin, S. 43-55. Herausgegeben vom Rezensionsforum literaturkritik.de und Lisette Gebhardt).

(2) Hokkaidô Shinbun (Datum unbekannt): [Interview mit Katô Taichi] Fukushima no genjitsu kodomotachi ni. Genpatsu têma no hon shuppatsu (Die Wahrheit Fukushimas an die Kinder. Veröffentlichung eines Buches über die Atomkraft). Scan verfügbar unter:

http://blog.goo.ne.jp/funabasiakiko/e/b1cc2b622368be913eac2048c731710f (Letzter Zugriff 04.09.2016)


Fotoausstellung "TOHOKU - DER NORDOSTEN JAPANS" am Japanischen Kulturinstitut Köln

Ab dem 9. September organisiert die Japan Foundation am Japanischen Kulturinstitut Köln (JKI) die Fotoausstellung "Tohoku - Der Nordosten Japans. Gesehen mit den Augen japanischer Photographen". An insgesamt elf Ausstellungstagen werden bis einschließlich dem 19. September Fotografien der Tôhoku-Region vor der Dreichfachkatastrophe aus den Jahren 1940 und 2011 gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine digitale Präsentation der Serie "Tôhoku" des renommierten deutschen Fotografen Hans-Christian Schink sowie einer Filmvorführung. Aus dem Ankündigungstext:

"Am 11. März 2011 wurde der Nordosten Japans (Region Tôhoku) durch ein schweres Erdbeben und einen Tsunami erschüttert. Auch wenn seither Ortsnamen wie Fukushima in aller Munde sind, ist außerhalb Japans nur wenig über die Geschichte und Kultur der Region bekannt. Die Ausstellung der Japan Foundation schließt diese Lücke und zeigt Arbeiten, die zwischen 1940 und 2011 von neun herausragenden Photographen und einer Photographengruppe aufgenommen wurden: Teisuke Chiba, Ichirô Kojima, Hideo Haga, Masatoshi Naitô, Hiroshi Ôshima, Meiki Lin, Masaru Tatsuki, Sendai Collection, Nao Tsuda und Naoya Hatakeyama. Kuratiert wurde die Ausstellung von dem Photographie-Kritiker, –Historiker und Herausgeber Kôtarô Iizawa. Präsentiert werden Aufnahmen von Landschaften, historischen Artefakten, lokalen Riten und Szenen aus dem Alltag der Menschen."

Link: http://www.jki.de/veranstaltungen/ausstellungen/tohoku-der-nordosten-japans.html

Im Nachtrag: Eine lesenswerte Einschätzung zur Lage der Post-Fukushima-Fotografie bietet unser ehemaliger Student Martin Ries M.A. in seinem Beitrag "Post-Fukushima-Fotografie - Die Pionierleistung Obara Kazumas" im Lesebuch "Fukushima" (EB Verlag 2012, S. 197-219).


"Zwangsräumung des Anti-AKW-Camps in Tôkyô. Gedanken zu einer Nacht- und Nebelaktion" (Steffi Richter)

Anlässlich der ersten Wiederkehr des Tages, an dem Nordost-Japan von der Dreifachkatastrophe verheert wurde, erschien in der Online-Ausgabe von „The Wall Street Journal“ vom 10. März 2012 ein Artikel, der mit „March 11, One Year On: Occupy METI” betitelt war. Der Journalist Obe Mitsuru beschreibt darin eingangs eine Szenerie, in der auf einem kleinen Eckplatz direkt vor dem mächtigen Ministerium für Ökonomie, Handel und Industrie (METI) im Tôkyôter Regierungsbezirk  Kasumigaseki ein vergleichsweise „wackeliges Zelt“ steht, geschmückt mit bunten Bannern und Plakaten, auf denen Japans Ausstieg aus der Atomkraft gefordert wird. Mit einem „Welcome to ‘Occupy METI,’ Japan’s take on Occupy Wall Street“ (OWS) leitet Obe dann zum Hauptteil seines Artikels über. http://blogs.wsj.com/japanrealtime/2012/03/10/march-11-one-year-on-occupy-meti/

Den ganzen Beitrag von Steffi Richter zur Zwangsräumung des Anti-AKW-Camps gibt es hier als PDF:

http://www.textinitiative-fukushima.de/media/Dokumente/Zwangsraeumung_Text.16.08.korr.pdf


"Inside mit Stefan Gödde" - Fukushima-Dokumentation auf ProSieben

In der aktuellen Doku-Miniserie "Inside mit Stefan Gödde" (ProSieben) reiste der Moderator und Journalist Stefan Gödde neben Stationen in Russland und China auch nach Japan in die Fukushima-Präfektur. In der Sendung vom 22. August (Erstausstrahlung 20.15 Uhr) rekapituliert Gödde vor Ort bekannte Probleme nach der Dreifachkatastrophe in und außerhalb der Sperrzone; er besucht Betroffene, Ärzte wie auch Gemüse- und Rinderbauern. Kritisch hinterfragt die Dokumentation, ob es fünf Jahre nach der Katastrophe tatsächlich wieder unbedenkliche Lebensbedingungen um das havarierte Atomkraftwerk gibt. Aus der Beschreibung: "Vor 5 Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe in Fukushima. Die Regierung beteuert, dass man an der Dekontamination des Umlandes arbeite und siedelt bereits die ersten Menschen zurück in das gebiet. Alles also wieder gut, nach so kurzer Zeit?"

Die gesamte Dokumentation "Inside mit Stefan Gödde: Fukushima" kann man auf Prosieben.de noch bis kommende Woche über folgenden Link anschauen:

http://www.prosieben.de/tv/inside-mit-stefan-goedde/video/13-inside-mit-stefan-goedde-fukushima-ganze-folge

Den Teaser gibt es hier: http://www.prosieben.de/tv/inside-mit-stefan-goedde/video/13-inside-mit-stefan-goedde-fukushima-trailer-clip


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