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Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"

Zur Zeit sind Publikationen zum Thema Japan nach „Fukushima“ in Vorbereitung. Bedingt durch diese Publikationstätigkeiten werden in der kommenden Zeit die Entwicklungen in Japan in größeren Abständen kommentiert. Nach wie vor sollen jedoch Hinweise auf japanische / westliche Publikationen und Veranstaltungen zum Thema „Japan nach Fukushima“ bekannt gegeben werden.


Aktuelles

"Inside mit Stefan Gödde" - Fukushima-Dokumentation auf ProSieben

In der aktuellen Doku-Miniserie "Inside mit Stefan Gödde" (ProSieben) reiste der Moderator und Journalist Stefan Gödde neben Stationen in Russland und China auch nach Japan in die Fukushima-Präfektur. In der Sendung vom 22. August (Erstausstrahlung 20.15 Uhr) rekapituliert Gödde vor Ort bekannte Probleme nach der Dreifachkatastrophe in und außerhalb der Sperrzone; er besucht Betroffene, Ärzte wie auch Gemüse- und Rinderbauern. Kritisch hinterfragt die Dokumentation, ob es fünf Jahre nach der Katastrophe tatsächlich wieder unbedenkliche Lebensbedingungen um das havarierte Atomkraftwerk gibt. Aus der Beschreibung: "Vor 5 Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe in Fukushima. Die Regierung beteuert, dass man an der Dekontamination des Umlandes arbeite und siedelt bereits die ersten Menschen zurück in das gebiet. Alles also wieder gut, nach so kurzer Zeit?"

Die gesamte Dokumentation "Inside mit Stefan Gödde: Fukushima" kann man auf Prosieben.de noch bis kommende Woche über folgenden Link anschauen:

http://www.prosieben.de/tv/inside-mit-stefan-goedde/video/13-inside-mit-stefan-goedde-fukushima-ganze-folge

Den Teaser gibt es hier: http://www.prosieben.de/tv/inside-mit-stefan-goedde/video/13-inside-mit-stefan-goedde-fukushima-trailer-clip


Band "Nukleare Narrationen" erscheint am 25. Juli

Cover des Bandes "Nukleare Narrationen"

Der Band „Nukleare Narrationen“ der Japanologie Frankfurt kommt nun ab Anfang nächster Woche, also ab 25. Juli 2016 in die Buchhandlungen! Er enthält über zwanzig Besprechungen zu aktuellen und älteren Titeln literarischer Repräsentationen des Atomaren sowie zu neuen Forschungen zu apokalyptischer Thematik und Endzeitvisionen in Literatur und Kunst. Der Band bietet mit seinen verschiedenen Beiträgen eine anregende Lektüre, die die vielen Facetten der Debatte um das Atomzeitalter aufgreift. Index und Literaturangaben erschließen weite Bereiche des Atomdiskurses, dem insgesamt mit neuen zeitgeschichtlichen oder kulturwissenschaftlichen Forschungen noch nicht der hohe Stellenwert eingeräumt wurde, der der Sache des Atomaren zwangsläufig zukäme.

Links: 

1) www.ebvberlin.de/epages/15494902.sf/de_DE/ObjectPath=/Shops/15494902/Categories/

ASIENWISSENSCHAFT/Nukleare_Narrationen_Texte_Visualitaet_Zeitzeugen&ViewAction=ViewPaged

2) http://www.buchgestaltung-online.de/Leseproben/Leseprobe_Nuklear_Narrationen.pdf (Leseprobe)


Abe gewinnt Wahlen 2016

„Abe hatte im Wahlkampf die Verfassungsfrage weitgehend ausgeklammert. Die Opposition fürchtet, dass die konservative LDP den pazifistischen Artikel 9 ändern will. Abe sagte dazu am Wahlabend, dass die LDP nicht allein über eine Verfassungsänderung bestimme und die Parteien, die Ergänzungen der Verfassung offen gegenüberstünden, unterschiedliche Vorstellungen hätten. Er warb für eine umfassende Debatte, welche Artikel geändert werden sollten."  (Patrick Welter / NZZ)

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Eiscreme oder Freiheit? Prognostizierter Sieger Abe wirbt um die japanische Jugend und zielt zugleich auf weniger Demokratie im Lande

Es gibt Rabatt auf Eiscreme aus grünem Tee für Erstwähler und jede Menge hippe Slogans, die Nippons Töchter und Söhne zum Wählen animieren sollen. Beim Oberhausvotum am kommenden Sonntag dürfen in Japan erstmals 18- und 19-Jährige ihre Stimme abgeben. Bisher galt das offizielle Erwachsenenalter, das in Japan bei 20 liegt. Mit dieser Senkung sind 2,4 Millionen zusätzliche Bürger gefragt, bei der Vergabe der  Abgeordnetenposten mitzumischen. Das sind immerhin zwei Prozent der gesamten potenziellen Wählerschaft. Premierminister Shinzo Abe verspricht sich davon einen "Jugendschub", trommelt eifrig "junge Nationalisten" an die Urne.“  (Angela Köhler / Badische Zeitung)

Wahlprognose: „Es scheint ausgemacht, dass Shinzo Abe nach seinen Wahlsiegen 2012, 2013 und 2014 auch diesmal wieder die Mehrheit gewinnen wird. Am Sonntag wählen die  Japaner das Oberhaus, die zweite, weniger einflussreiche Kammer des nationalen Parlaments. Dann wird die Hälfte aller 242 Sitze neu vergeben. Was zunächst nach einer eher unwichtigen Abstimmung aussieht, könnte sich als eine Wahl herausstellen, die das Land grundsätzlich verändert. Schafft es Abe nämlich, zwei Drittel der Plätze auf seine Liberaldemokratische Partei (LDP) und deren Mitstreiter zu vereinen, hätte er eine wichtige Hürde genommen, um die ihm ungeliebte japanische Verfassung zu ändern. Und dann wäre Japan womöglich nicht mehr das freie Land, das es seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewesen ist.“

Zur Lage von Denken, Engagement und Fukushima-kritik: „Im letzten Jahr knöpfte sich Abes Regierung dann die Wissenschaft vor. In einem Brief an alle nationalen Universitäten drängte der damalige Bildungsminister, dass die Unis ihre Sozial- und Geisteswissenschaften abschaffen. Forschung und Lehre sollten eine "praktischere, mehr angewandte Bildung anbieten, die besser auf die Notwendigkeiten der Gesellschaft eingestellt" sei. Lieber sollen demnach Fächer wie Informatik, Robotik und Medizin gefördert werden. Schließlich seien dies die Wachstumsbranchen der Zukunft, und nicht Philosophie oder Fremdsprachen. An den Schulen stellte die Regierung zudem klar, dass sich Schüler und Lehrer nicht politisch engagieren dürfen. Offiziell, um ein ideologiefreies Lernumfeld sicherzustellen.“  (…) „Gegner der Bildungspolitik Abes klagen nicht nur über eine zunehmende Ökonomisierung, sondern auch, dass oppositionelle Kräfte generell mundtot gemacht würden. Und die sammeln sich gerade dort: an Schulen sowie in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten;“  (…) Sicherheitsgesetz: „In Kraft trat das Gesetz, als nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima immer wieder Details ans Licht kamen, die die Regierung und den Kraftwerksbetreiber Tepco stark belasteten und Lügen in den offiziellen Erklärungen offenbarten. Seit der Verabschiedung des Gesetzes ist es um Fukushima fast verdächtig ruhig geworden. In internationalen Vergleichen der Pressefreiheit ist Japan weit hinter andere liberale Länder zurückgefallen.“  (Felix Lill / Zeit Online)

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Ausmusterung von AKWs in Japan - Frühjahr und Sommer 2016

„Offiziell möchte Japans Regierung wieder zurück zur Atomenergie, auch wenn sich seit Jahren eine Mehrheit der Bevölkerung dagegen ausspricht. Die AKW sollen mittelfristig mindestens 20 Prozent der Stromproduktion des Landes abdecken, so das Ziel. Doch vieles läuft für die Regierung nicht wie gewünscht. Die Ausmusterung alter Reaktoren kommt zurzeit schneller voran als das Wiederhochfahren der noch betriebsfähigen, zurzeit aber abgeschalteten Reaktoren.“ Jan Knüsel (Asienspiegel, Mai 2016)

Endgültig stillgelegt wird Reaktor Nummer 1 im AKW Ikata in der Präfektur Ehime. Der Entscheid, so teilt der Asienspiegel mit, basiere auf Kostenüberlegungen, denn der 1977 erbaute Reaktor war zu alt, um ihn den gesteigerten Sicherheitsanforderungen anzupassen. Die Ausmusterung wird vermutlich 30 Jahre dauern und 40 Milliarden Yen (320 Mio Euro) kosten. Bei Ikata 1 handelt es sich um den 6. Stillgelegten Reaktor in Japan, betriebsfähig bleiben noch 42 Meiler. Strom produzieren aktuell zwei Reaktoren im AKW Sendai bei Kagoshima. Die zunächst wieder hochgefahrenen Reaktoren 3 und 4 im AKW Takahama mussten abgeschaltet werden, nachdem ein Gericht die neu erstellten Notfall- und Evakuierungsmassnahmen als ungenügend erachtete.

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