Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"
Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.
| Ein Klassiker des deutschen Katastrophenfilms – „Die Wolke“ (2006) im Oktober im Fernsehen | 08.10.2026 |
Sendedatum: Samstag, 10. Oktober 2026 Der Film in Regie von Gregor Schnitzler basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Gudrun Pausewang aus dem Jahr 1987. Unter dem Eindruck der AKW-Havarie von Tschernobyl, entwirft die Geschichte ein beklemmendes Szenario: Ein fiktiver atomarer Zwischenfall in einem deutschen Kernkraftwerk bedeutet für die Bevölkerung der in erster Linie betroffenen Region eine grausame Realität. Buch- und Filmversion unterschieden sich in einigen Punkten, z.B. in puncto der im Film konstruierten Liebesgeschichte zwischen Hannah und Elmar. Link: https://www.rtl2.de/sendungen/die-spielfilme-bei-rtlzwei/spielfilm/95809-die-wolke Siehe dazu auch im Kontext von „Fukushima“: Koyama-Siebert, Yôko (2019): „Die Wolke über Fukushima Daiichi. Eine Re-Lektüre von Die Wolke in vier Bildern“. In: Lisette Gebhardt und Michael Kinski (Hg.): Nukleare Narrationen. Kinder im Atomzeitalter – Berichte, Befunde, Bilder. Artikel und Analysen. Berlin: EB-Verlag, S. 158–169 |
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| Rückblick II: Sommer 2026 - Protest gegen die aktuelle Atompolitik der japanischen Regierung | 05.10.2026 |
Die Kundgebung 8.30 Fukushima Shukai (8・30ふくしま集会), als „Kundgebung für null Atomkraft und eine auf die Bürger ausgerichtete den Wiederaufbau fordernde Fukushima-Versammlung“ betitelt, war am Sonntag, den 30. August 2026 in Fukushima-Stadt veranstaltet worden. Organisiert wurde die Konferenz gemeinsam vom Nationalen Netzwerk zur Abschaffung von Atomkraft 「原発なくす全国ネットワーク」Genpatsu Nakusu Zenkoku Nettowāku und dem Fukushima-Zentrum für gemeinsamen Wiederaufbau 「ふくしま復興共同センター」Fukushima Fukkō Kyōdō Sentā. Die Teilnehmer verurteilten die Regierungspläne zur „maximalen Nutzung“ der Kernenergie. Dies ignoriere das Schicksal der immer noch rund 50.000 Evakuierten aus den 12 betroffenen Gemeinden der Region. Die Demonstranten warfen der Regierung und dem Betreiber TEPCO vor, dass der offizielle Plan, die Ruine bis 2051 vollständig zurückzubauen, angesichts des blockierten geschmolzenen Brennstoffs unrealistisch sei. Sie verwiesen auf Schätzungen der Japanischen Atomenergie-Gesellschaft, die von 100 bis 300 Jahren ausgehen. Als Alternative forderten die Gewerkschaften den konsequenten Ausbau von dezentraler, bürgernaher Wind- und Solarenergie sowie staatliche Effizienzprogramme (wie den flächendeckenden LED-Umbau), wodurch die Energie von rechnerisch acht Atomkraftwerken eingespart werden könne. Links: https://www.no-genpatu.jp/fukushima/index.html https://www.nouminren.ne.jp/topics/news/2026/0819_3879.html https://www.zenroren.gr.jp/newspaper/9487/
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| Rückblick I: "Die Welt nach Fukushima: Verstrahlt, verlassen, vergessen?" (Dokumentarfilm, 2026) | 02.10.2026 |
"Am 11. März 2011 löste ein schweres Erdbeben der Stärke 9 einen verheerenden Tsunami aus, der die Reaktorzentrale von Fukushima verwüstete und die Kühlung der Anlagen zerstörte. Inmitten dieser nuklearen Katastrophe kam es zu einer Reihe folgenschwerer Fehlentscheidungen durch Verantwortliche in Politik und Wissenschaft, die Risiken bewusst kleinredeten oder Informationen zurückhielten. Diese Dokumentation zeigt den verzweifelten Kampf der Bewohner in den verstrahlten Gebieten und beleuchtet die langfristige Kontamination von Land und Meer durch Isotope wie Cäsium-137. Während Evakuierungszonen zu Geisterstädten wurden, blieb vielen Menschen nur die bittere Realität eines Lebens mit dem Dosimeter und der ständigen Sorge um die Gesundheit künftiger Generationen. Das Werk analysiert zudem das tiefe Misstrauen gegenüber dem Betreiber Tepco sowie die gesellschaftlichen Umbrüche, die Japan infolge dieses traumatischen Ereignisses bis heute prägen. Es handelt sich um eine umfassende Aufarbeitung eines Systems, dessen Sicherheitsversprechen am Tag der Katastrophe unwiderruflich zerbrach." (Timeline Deutschland, 10. März 2026) Link: www.youtube.com/watch?v=3mRXy5tfkqo |
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| 2040: Regierungsplan für Atomenergie in Japan | 15.08.2026 |
"Die japanische Regierung hat Ende Juli erstmals seit der Fukushima-Katastrophe 2011 ein konkretes Ziel für den Neubau von Kernkraftwerken festgelegt: Die Neuausrichtung der japanischen Energiepolitik sieht bis in die 2040er-Jahre vor, zwei bis fünf Reaktoren durch neue Anlagen zu ersetzen. Insgesamt sollen bis in die 2050er elf bis vierzehn neue Kernkraftwerke errichtet werden. Ziel der Initiative ist es drohende Stromengpässe durch die anstehende Stilllegung alter Anlagen zu vermeiden, die Versorgungssicherheit zu stärken und dem steigenden Strombedarf gerecht zu werden." (WKO, 13. August 2026) Link: https://www.wko.at/aussenwirtschaft/japan-kernreaktoren |
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| Die "Smart"-Atombombe | 13.08.2026 |
"Die technische Entwicklung der thermonuklearen Atombombe B61-12 begann bereits 2012 als Teil eines Programms der sogenannten Lebensdauerverlängerung der US-Atomwaffen. Nach erfolgreichen Tests und einigen Verzögerungen startete die Serienproduktion der B61-12 im Mai 2022. Insgesamt sollen 400 Bomben für geschätzte Kosten von 7,6 Mrd. US-Dollar umgerüstet werden. 100 davon werden voraussichtlich ab 2023-2024 in Europa stationiert. Sie gelten dann als modernste Nuklearwaffen im Arsenal der US-Army." (atomwaffen A-Z, 15. Januar 2023) Links: https://www.atomwaffena-z.info/heute/blog/b61-12-die-neue-smart-atombombe-der-usa-3084 https://de.wikipedia.org/wiki/Präzisionsgelenkte_Munition https://defence-network.com/f-35-nuklearwaffen-integration-abgeschlossen/ |
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