Willkommen auf der Seite der "Textinitiative Fukushima"
Die Seiten der Textinitiative Fukushima werden derzeit von der Japanologie der Goethe-Universität betrieben. Gegenwärtiges Anliegen von TIF ist die zeitgeschichtliche Dokumentation. Das Forum dient nun in erster Linie als Archiv für Informationen zu 3/11 sowie allgemein zur Geschichte des Atomaren. Die Suchfunktion ermöglicht Recherchen zu Stichworten, Inhalten und Akteuren.
| "TOKYO 2020 - Bad for Fukushima, bad for democracy" | 22.07.2019 |
In einem aktuellen Blogbeitrag diskutiert der Japanologe und Journalist Andres Singler ein Jahr vor Tokyo 2020 kritische Diskurse um das Verhältnis der Spiele zur demokratischen Kultur in Japan und insbesondere Fukushima: "Representatives of those people affected in Fukushima wish that at least a small proportion of the twenty billion Euros Tokyo 2020 will cost, according to the Japanese Court of Auditors, would be used to help refugees in a reasonable way. "I'm not against the Olympics in principle, but now is not the time for it," says Sumio Konno, chairman of a plaintiff group that is still arguing for the rightof children to flee from regions where radioactive emissions are higher than the former limit of 1 mSv per year (Kodomo datsu hibaku saiban: http://datsuhibaku.blogspot.com) [...] Link: https://www.andreas-singler.de/2019/07/17/bad-for-fukushima-bad-for-democracy/ |
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| Anti-Olympic Poster Committee aus Fukushima | 27.06.2019 |
“It is especially apt that a site in Fukushima should launch this project, given that 2020 is overtly framed as the “reconstruction Games” that will bring hope and infrastructure back to the Tōhoku region. This mantra is vehemently rejected by both anti-nuclear and anti-Olympics campaigners, who see it as an attempt to gloss over the remaining problems in the district and the on-going Fukushima crisis.” (William Andrews, 15. Juni 2019) Link: https://throwoutyourbooks.wordpress.com/2019/06/15/anti-olympic-poster-committee-anti-2020-designs/ |
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| “Discussing the Nuclear Accident” - Ethik-Lehrpläne japanischer Schulen | 12.06.2019 |
Der Japanologe und Germanist Reinold Ophüls-Kashima (Sophia Universität, Tôkyô) hat Lehrpläne für japanische Grund-, Mittel- und Oberschulen ins Deutsche übertragen, die nach der Dreifachkatastrophe vom 11. März 2011 von der "“Discussing the Nuclear Accident” Lesson Plan Development Working Group entwickelt wurde und im Ethik-Unterricht eingesetzt wereden sollen. Besonderer Fokus liegt auf der Thematik evakuierter Schülerinnen und Schüler der von der Atomkatastrophe betroffenen Regionen. Die Übersetzung erfolgte auf Bitten von Prof. Asaoka (Tokyo University of Agriculture and Technology). Auszug: "Die Verbreitung der radioaktiven Strahlung und das Problem der Strahlenbelastung durch das Atomkraftwerk Fukushima 1 haben im ganzen Gebiet des Nordostens zu gravierenden Schäden geführt. Vor allem im Katastrophengebiet der Präfektur Fukushima haben die Menschen dort weiter mit Problemen wie den Schwierigkeiten, in ein normales Leben zurückzukehren, Angst vor gesundheitlichen Schäden durch die Verstrahlung, die Kontamination des Bodens etc. zu kämpfen, und auch jetzt noch gibt es viele Familien, die gezwungen sind, als Evakuierte in benachbarte Gemeinden oder im Großraum der Hauptstadt Tokio zu leben. In einer Situation, in der eine Unterstützung für die Kinder aus diesen Haushalten dringend erforderlich wäre, ist im Gegenteil ein großes Problem entstanden. Dieses besteht darin, dass Kinder aus den Gebieten, welche Evakuierte aufgenommen haben, gegenüber den Kindern aus den evakuierten Gebieten Vorurteile hegen und in Worten und Verhalten letztere diskriminieren." Japanisches Original sowie die deutsche Übersetzung von Ophüls-Kashima finden sich auf den Seiten der Japanese Society for Enviromental Education (JSFEE). Links: |
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| Zum Rücktritt Sakurada Yoshitakas und seinen Kommentaren zum Wiederaufbau – Kurzkommentar und Pressespiegel | 23.04.2019 |
Als am 10. April 2019 zuerst in den japanischen und dann den internationalen Medien der Rücktritt von „Olympia-Minister“ Sakurada Yoshitaka 桜田義孝 (*1949) aus dem Kabinett Abe Shinzôs 安倍晋三 (*1954) verkündet wird, scheinen zwei Aspekte dieser Entscheidung besonders diskussionswürdig: Erstens das Wagnis solch eines PR-ungünstigen Schritts ein Jahr vor „Tokyo 2020“. Denn bereits im Herbst 2018 gab es Negativschlagzeilen: In den Medien wurde von einer „Kostenexplosion“ bei den Spielen gesprochen (Japan Times, 7. Oktober 2018); darüber hinaus wurden Sorgen laut vor einer erneuten Hitzewelle wie die vom August des vergangen Jahres (Japan Times, 13. August 2018). Der Eindruck einer Diskriminierungsrhetorik gegenüber soziopolitisch Benachteiligten unter der Abe-Administration wird durch vergangene Aussagen Sakuradas vom Februar 2019 bestärkt, als er sich „enttäuscht“ von der Leukämie-Diagnose von Japans Nachwuchsschwimmerin und potentieller Medaillenanwärterin Ikee Rikako 池江璃花子 (*2000) zeigte. Die Skandale um Sakurada reihen sich in jene um die LDP-Abgeordnete Sugita Mio 杉田水脈 (*1967), deren Kommentare zu „unproduktiven“ LGBT-Paaren (aus deren Verbindung keine Kinder hervorgingen) im Juli 2018 zu Demonstrationen vor dem Hauptquartier der Partei in Tôkyô geführt haben (The Mainichi, 28. Juli 2018). Nicht zu vergessen ihre öffentliche Verleumdung der Journalistin Itô Shiori 伊藤詩織, die nach eigenen Angaben am 3. April 2015 von Yamaguchi Noriyuki 山口敬之 (*1966), dem Biographen Abes, nach einem Geschäftsabendessen vergewaltigt wurde, und im Anschluss zur Pionierin einer japanischen #MeToo-Bewegung avancierte. Links: BBC (11. April 2019): „Japan's Yoshitaka Sakurada resigns as Olympics minister” (https://www.bbc.com/news/world-asia-47889356) |
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| Fundstück: Bürgerkrieg in Wackersdorf ǀ„Irmgard und die Widerstandssocken“ ǀ April 2019 | 08.04.2019 |
Mit Stricken gegen Atomkraft: Als Mitte der 80er Jahre bekannt wird, dass im oberpfälzischen Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage gebaut werden soll, formt sich der Protest - und Irmgard Gietl verteilt zigtausende selbstgestrickter Strümpfe an die Demonstranten, damit diese nicht frieren ... Nach 2011 reagiert Gietl auch auf 3/11, schickt Socken nach Fukushima, empfängt Besucher aus Japan und hält bis heute Kontakte in das Land. "Irmgard und die Widerstandssocken", um 22.00 Uhr in den Lebenslinien und vorab in der Mediathek. https://de-de.facebook.com/bayerischer.rundfunk/videos/2281308645219523/ (Das Gespräch zum Nachhören, 8.4. 2019) https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/lebenslinien/irmgard-und-die-widerstandssocken-irmgard-gietl-wackersdorf-oberpfalz-ganze-folge100.html (Lebenslinien, Juni 2018) https://www.youtube.com/watch?v=fIUrZefkl-A (Aufruf zum Widerstand aus Bayern nach Japan) |
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Der Japanologe und Protestforscher William Andrews weist auf seinem Blog „Throw out Your Books“ auf die neugegründete Initiative The Anti-Olympic Poster Committee hin. Diese wurde von dem in Fukushima ansässigen, alternativen Druckzentrum The Institute for Barbarian Books バーバリアン・ブックス ins Leben gerufen, und versteht sich als Gegenkampagne zum PR-Megaprojekt „Tokyo 2020“: