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Gunzô mit Bannen yôshiki shû



In der Ausgabe vom Januar 2012 wird Ôe Kenzaburôs „letzter Roman“ abgedruckt, in dem der Altmeister der Atomkritik unter dem Titel Bannen yôshiki shû / In Late Style sein für ihn typisches Familienszenario schildert, kombiniert mit Szenen aus dem ebenfalls oft thematisierten Dorf in den Wäldern von Shikoku. In die Erzählabschnitte sind Hinweise auf das aktuelle Unglück eingewoben, wenn der Protagonist zum Beispiel berichtet: „… seit dem 11.3. saß ich Tag und Nacht vor dem Fernseher und wurde von den fortlaufenden Bildern des Großen Ostjapanischen Erdbebens, des Tsunami und des Megaunfalls im Atomkraftwerk absorbiert.“ Überlegungen der Hauptfigur gehen dahin, seinen Sohn Akari vor den Auswirkungen der radioaktiven Strahlungen zu schützen und ihn in eine Höhle im heimatlichen Shikoku zu stecken, in der auch das Wasser, das vom Felsengrund her aufsteigt noch unbelastet sei (Ôe 2012: 10). Durch diese Versatzstücke aus der gegenwärtigen Realität wird das dem Leser seit Jahren vertraute apokalyptische Szenario Ôes zur gespenstischen Realität.

  • Ôe Kenzaburô (2012): „Bannen yôshiki shû / In Late Style”. In: Gunzô, S. 7-21.


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