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Artikel aus der Yomiuri vom 8.11.2013 (übersetzt von Katsuragi Shinobu)

Veröffentlicht von Textinitiative am 12.11.2013
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Yomiuri-Zeitung, 8.11.2013, gesendet um 3:06 Uhr.

Die japanische Atomaufsichtsbehörde will bis Ende diesen Monats eine Richtlinie erstellen, derzufolge unter 20 Millisievert pro Jahr keine erheblichen gesundheitlichen Probleme bestünden. Und diese Richtlinie soll als Maßstab für die Rückkehr der wegen der Reaktorkatastrophe aus Fukushima geflüchteten ehemaligen Bewohner dienen.

Das von der japanischen Regierung langfristig gesetzte Ziel lautet „Unter ein Millisievert pro Jahr“, und dieses wird allgemein als der Maßstab für die Strahlendosis aufgefasst, bei der man seiner Gesundheit nicht schadet. Daher muss die geplante Richtlinie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert sein, um die Angst vor Strahlenfolgen bei der Bevölkerung zu beseitigen. Die Richtlinie impliziert die Ansicht, dass das Krebsrisiko bei 20 Millisievert gering genug sei, und dass dieses Risiko durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden könne.

Die IAEO, die in Fukushima Recherchen durchgeführt hatte, äußerte im Oktober in ihrem Bericht, dass Strahlendosen zwischen 1 bis 20 Millisievert pro Jahr akzeptiert werden könnten.
Unter Bezugnahme auf diese Richtlinie werde die Regierung an die Bürger tragbare Dosimeter verteilen. Es würden „Zentren für die Unterstützung der Rückkehrer“ (vorläufige Bezeichnung) in den einzelnen Gemeinden errichtet, in denen Gesundheitsberater die Bürger über ihre Gesundheit beraten.

(Übersetzung: Shinobu Katsuragi)

Link zum Originaltext


Zusatzinformation aus der Papierzeitung:

Diese Richtlinie setzt voraus, dass die Strahlendosis anders gemessen wird. Bisher ging man bei den Dosismessungen davon aus, dass die Menschen sich am Tag 8 Stunden draußen und 16 Stunden im Gebäude (Holzbauten) aufhalten. Stattdessen werden nach dieser Richtlinie tragbare Dosimeter verteilt, um genaue Strahlendosis zu messen. Da man normalerweise nicht 8 Stunden draußen ist, und viele Gebäude aus Beton gebaut sind, sei man zur Erkenntnis gekommen, dass die eigentlichen Strahlendosen viel niedriger liegen. Diese Richtlinie würde auch zu Planänderung der Dekontamination in Fukushima führen. Bisher war das Ziel der Dekontamination „Unter ein Millisievert pro Jahr“, aber wenn diese Richtlinie in Kraft tritt, seien viel weniger Fläche dekontaminationsbedürftig und somit auch der Aufwand der Dekontamination viel einfacher und weniger kostenaufwendig.

Zuletzt geändert am: 13.11.2013 um 10:24

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